Herzlich willkommen im BipoBlog

7er Skala

Der Elefanten-Balance-Regenbogen im Header der bipolaren Muse hat nur 5 Farben. Mit einem erweiterten grünen Bereich sind es 7. Wie hier in diesem Schriftzug den ich fürs aktuelle MILES! Special kreiert habe.

 

BI + AR braucht kein Mensch. Ich würde jedenfalls sehr gerne darauf verzichten! Maximal ein Fitzelchen grau bzw. gelb darf sein. Im Moment schwingt es mich zwischen oliv (noch ok) und grau. Nee, nee, nee...

 

Als Beitrag für MILES in FB:

Alles im grünen Bereich?
Das Schwerpunkt-Thema in MILES 4.17 beschäftigt sich mit der bipolaren affektiven Störung.
Von dieser ist auch MILES-Chef-Grafikdesignerin Nathalie Karg (Porträt in MILES 3.17) betroffen. So steckt hinter dem Key-Visual, das sie exklusiv für das aktuelle Special gestaltet hat, mehr… hier verrät sie es:
Der Schriftzug BIPOLAR stellt in seiner Farbigkeit gleichzeitig eine Stimmungs-Skala dar. Menschen mit der Diagnose Bipolar wird als unterstützende Prophylaxe empfohlen, ein Stimmungstagebuch zu führen. Nathalie malt entsprechende Punkte in ihren Kalender – 7 Farben reichen ihr. Zur Zeit tupft sie mit einem olivgrünen Filzstift, manchmal auch mit hellgrau, frühstückt vor einer Tageslichtlampe und hofft, sie kann bald die anderen beiden Grünstifte wieder benutzen.
FRAGE: Wäre das auch ein Modell für Dich? Oder machst Du etwas ganz anders? Wir sind neugierig!

 

MILES! Magazin für seelische Gesundheit – No. 4/17: Schwerpunkt BIPOLAR

100 Seiten prall gefüllt mit interessanten Themen, z.B. Hunde, Kunst, Musik, Papageno & Werther, Scham, Autogenes Training, Angst, Sternenkind, Borderline, Depression, Vatersein etc. Und Menschen: Frank Buschmann, Victoria van Violence, Alex Andres, Herr Bock, Basti Depressiva, Sternentramper, Veit Lindau,...

 

Erhältlich hier: https://www.miles-dasmagazin.de/

 

Willst Du mitmachen? Melde Dich einfach...

Immer gesucht: Förderer, Unterstützer, Anzeigenkunden!!!

 

 

Bipolar Disorder by Matthew Johnstone

Der schwarze Hund hat ihn bekannt gemacht: der Australier MATTHEW JOHNSTONE, selbst depressionserfahren, zeichnet Zustände. Auch bipolare. Seine Bücher mag ich. Besonders RESILIENZ und MEDITATION.

 

 

Selbsthilfe: MUSENHEILTEMPEL + Werkzeugkoffer

 

Ob als Säulen oder Kreis. Es macht Sinn, sich seine verschiedenen Lebensbereiche anzusehen. Zu wissen wo wir stehen.

Zu wissen, was uns gut tut. Was die Säulen füllt und ausgleicht. Betrachtenswerte Lebensbereiche  gibt es mehr als 6. In meinem MUSENHEILTEMPEL gibt es 6 Säulen, die (mir) beim gesund werden und bleiben helfen.

 

• ERNÄHRUNG & BEWEGUNG

Stichwort " Nutritional Psychology". Ob Omega 3 Fettsäuren oder Superfoods – Ernährung kann die Psyche stark beeinflussen, die richtige Ernährung sogar Depressionen lindern, Übergewicht hingegen kann die Stimmung trüben. Iss Dich glücklich...

3x wöchentlich 30 Minuten schwitzen wirken ebenso depressionslindernd wie ein Antidepressiva. Vorbeugend sowieso. Ein Hund, der zum rausgehen zwingt ist absolut gesundheitsfördernd!

 

• LEBENDIGE BEZIEHUNGEN

Menschen sind Beziehungswesen. Ob Liebesbeziehungen, Familienbande oder Freundschaften – gesunde Beziehungen stärken und erhöhen sogar die Lebenserwartung, während Beziehungsprobleme krank machen können. Vergebung kann heilen.

 

• SCHLAFHYGIENE & RUHE

Meine persönliche Regel lautet: möglichst 8 Stunden in der Zeit zwischen 21-24 und 5-8 Uhr. Mitternacht nenne ich meine "CINDARELLA -DEADLINE", d.h. ich versuchev unbedingt vorher im Bett zu sein und diese Deadline möglichst selten zu überschreiten. Weitere Hilfen: kein TV und keine Devices/Internet im Schlafzimmer. Mann, Hund und Kuscheltier hingegen gerne! Frische Luft UND Stille (sind leider manchmal nicht gleichzeitig zu haben). Meeresrauschen hilft auch – am besten real vor dem Fenster!

 

• MONITORING & ROUTINE

Die eigene Stimmung beobachten und festhalten, um größere Abweichungen gleich zu bemerken, wird oft empfohlen. Farbige Punkte, meiner Stimmungsskala entsprechend, in einen Kalender stupfen ziehe ich entsprechenden Apps vor.

Eine Morgenroutine beispielsweise gibt Halt und Struktur. Zeitweise gehört Meditation dazu, möglichst immer ein gemeinsames Frühstück mit Muße.

 

 

• SELBSTHILFE UND THERAPIE

Neben Psychoedukation wird für Menschen mit einer bipolaren Störung meist Kognitive Verhaltenstherapie empfohlen. Selbsthilfe besteht für mich darin, meine Säulen und Lebensbereiche im Auge zu behalten, gute Werkzeuge in meinen Koffer zu packen und herkömmliche Therapien zu ergänzen, jüngst beispielsweise mit PSYCH-K (R) ...

Auch Tätigkeiten, die Sinn stiften und Selbstwert und Selbstvertrauen stärken zählen zu effektiver Selbsthilfe!

 

• PROPHYLAXE (NO DRUGS)

Keine Drogen. Aber Lithium. Und ein gewisses Maß an Struktur und Regelmässigkeit im Leben.

 

 

Zu meiner Säulenhalle passt dieser Werkzeugkoffer. Folgende Seite hatte ich für MILES! Q4/17 kreiert. Sie wurde kurz vor Drucklegung rausgeworfen. Schmerzhaft, ja. Wenn ich aufzählen wollte, was mir schadet, mein Gleichgewicht gefährdet dann gehörte MANGELNDE WERTSCHÄTZUNG sicher dazu. :(

 

Dann teile ich den Gedanken-Impuls "WAS HILFT DIR?" eben zunächst nur hier:

 

Ehrenamt + Stigma

OBACHT und AUFMERKSAMKEIT BITTE:

Hier kommt ein Aufruf von Marcus Jäck, dem Erfinder und Chefredakteur des MILES!-Magazin. (Ich kenne den unerfreulichen, empörenden Hintergrund, demnächst mehr darüber...)

 

Hallo Ihr Lieben,
heute melde ich mich mit einer Anfrage bei Euch. Ich mache das wirklich selten, aber heute benötige ich Eure Unterstützung und bitte um Eure Mithilfe! Wir werden heute Abend einen Aufruf posten, der mit einer Umfrage zu tun hat. Es geht um das Thema, ob psychisch kranke Menschen für ein Ehrenamt geeignet sind

oder nicht bzw. für ehrenamtliche Tätigkeiten.

Uns geht es darum herauszufinden, welche Erfahrungen Menschen gemacht haben, wenn sie ihre Erkrankung im Rahmen ihrer Tätigkeit bekannt gemacht haben.
Gab es anschließend negative Rückmeldungen?
Gab es positive Erlebnisse? Sind Menschen mit Depressionen, Borderline, ADHS usw. überhaupt fähig, ehrenamtliche Arbeit zu leisten?
Diese Fragen würden wir gerne beantwortet haben…..

Gemeinsam mit Bloggerin Nora Fieling gehen wir mit einem post heute um 17 Uhr online….Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr Eure Communitys mit ins Boot holen könntet, den Beitrag entweder bei uns oder bei Nora teilen würdet und die Leute ein wenig motiviert, uns ihre Erfahrungen zu schildern…Wir brauchen Stimmen, Meinungen usw…..je mehr desto besser! Eure Unterstützung ist natürlich freiwillig!
Vielen lieben Dank an Euch alle!

Marcus (Miles! Das Magazin Chefredaktion)

 

 

>>> Meine Antwort:

Wäre ich nicht fähig, ehrenamtliche Arbeit zu leisten,

wäre MILES-Das Magazin wahrscheinlich nicht so hübsch anzusehen...

zumindest könnte bzw. würde ich es dann nicht gestalten.

Und ich mag es sehr, die MILES! zu gestalten!
Auch für MILES! ist es ein Segen, dass ich aufgrund meiner Bipolarität und Rente nicht – wie früher – ausschließlich als voll bezahlte Grafikerin zu haben bin. Dieses sich erst wieder sortierende + neu aufstellende Magazin könnte sich mich nicht leisten.

 

Und genau so ist es ideal:

Ein Ehrenamt sollte eine cokreative WIN-WIN-GESCHICHTE sein,

bei der alle Beteiligten zusamen wirken

zum besten Wohle aller –

und einjeder profitiert.

 

Somit kann (und sollte) ein Ehrenamt den Ehrenamtler stärken – nämlich dadurch, dass er seinem (eventuell durch Krankheit geschwächtes oder aus den Fugen geratenes) Leben durch eine sinnvolle Beschäftigung und sein ideelles Engagement für andere Menschen (oder Tiere, Pflanzen, Wesen) wieder neuen Wert und Inhalt verleihen kann.

 

Wenn ein psychisch kranker Mensch im Rahmen seines Ehrenamtes oder auch privat nach draussen geht und sich zeigt, "outet" – mit allen Konsequenzen – um das Leben mit der Krankheit in dieser Gesellschaft für sich und Leidensgenossen zukünftig einfacher (weniger stigmatisiert, weniger schambehaftet, weniger angstbesetzt etc.) zu machen, dann gebührt ihm Anerkennung und Unterstützung! Und keinesfalls weitere Ausgrenzung oder Demütigung!

 

Der einzige Fall in dem ein kranker Mensch (ob an der Psyche erkrankt oder anderweitig) Abstand von egal welcher Arbeit nehmen sollte ist, wenn er gerade so schwer AKUT krank ist, dass er sich und/oder anderen schaden könnte.

Das ist in den gesunden Remissionsphasen bei psychisch Erkrankten aber NICHT gegeben. Eine psychische Krankheit schlummert oft und ist (glücklicherseise) nicht dauernd aktiv!

Klarheit, Verlässlichkeit, Kompetenz und Leistungskraft ist dann (manchmal auch eingeschränkt stundenweise) genauso zu erwarten, wie von "gesunden" (ich bevorzuge hier den Ausdruck "normal-neurotischen") Menschen!

 

In meinem Fall heisst das: in hochmanischen oder tiefdepressiven Phasen bin ich wahrscheinlich eher zu gar keiner Arbeit fähig und sollte mich erstmal um meine Genesung bemühen. Wie bei einer Grippe auch. Doch selbst in leicht depressiven oder hypomanischen Phasen war ich meist einsatzfähig. Mit meiner Einschränkung und ihren (Neben-)wirkungen hatte nur ich selbst zu tun, anderen fiel sie meist nicht auf.

 

Ein Sonderkapitel ist das Führen schwerer Maschinen, das Befördern von Personen und überhaupt die Teilnahme am Strassenverkehr. Das kann durch schwere akute Erkrankung und einige Medikamente beeinträchtigt werden. Hier müssen Ärzte Aufklärung leisten und jeder Patient unbedingt Eigenverantwortung übernehmen.

 

Ansonsten sind nach meiner Meinung psychisch erkrankte Menschen durch ihre erprobte und geübte Resilienzfähigkeit und erhöhte Sensibilität oft GERADE und besonders für ein Ehrenamt geeignet, in dem sie, wie in vielen Ehrenämtern üblich, anderen Menschen zur Seite stehen!

 

Jeder, der das nicht sieht und Menschen mit psychischen Erkrankungen vom Ehrenamt ausgrenzen will, sollte selbst seinen Beruf, den Geist hinter dem Ehrenamtsgedanken und seine persönliche Ethik gründlich überdenken!

 

Nathalie am 12. September 2017...

 

 

4 BIPO Künstler

Gestern kam ich von der Jahrestagung der DGBS zurück. Dieses Jahr fand sie in München statt. Jedes Jahr wird sie begleitet von Acts von Künstlern, die mit einer bipolaren Störung leben. Hier die aktuellen vier. Alles Jungs, daran werde ich in Zukunft etwas ändern, so mein Plan. Aber jeder für sich ein guter Kerl ;) MUSIK + WORTE. I love!

 

Martin Kolbe

Urgestein, Gitarrist, Sänger, sehr engagierter aAktivist!
https://www.youtube.com/watch?v=3HfJlZ1cD0c
https://www.youtube.com/channel/UCK1vVd-R5PpnvHia5X4851Q

 

2Seiten

Wortverspielt, zwischen Poetry Slam und Rap, sehr nett!
https://www.youtube.com/watch?v=_oQ5nMDjNug
https://www.youtube.com/watch?v=UNgVGaXDpm8

Flowin Immo
Leider im letzten Moment abgesagt, macht auch schönes Loop-Zeug https://www.youtube.com/watch?v=Hj7zfSixbvA

Simon Felix Geiger
https://www.brotundkunst.com/geiger-simon-felix

Simon Felix Geiger trug seine Gedichte nicht nur vor, sondern verschenkte sie auch zettelweise im Publikum. SWEET!
Simon Felix Geiger trug seine Gedichte nicht nur vor, sondern verschenkte sie auch zettelweise im Publikum. SWEET!

Der Hase im Pfeffer

... wo der liegt, habe ich gerade in einem ehrlichen Gespräch mit meiner Mutter herausgefunden.Wofür ich echt dankbar bin, uff.

 

"Wir haben oft ein Problem damit, wie Du bist." , sagte sie und meinte sich und meinen Vater. Speziell im Bezug auf meine einst in 2001 von einem männlichen Psychiatrie-Stationsarzt gestellte Zusatzdiagnose "histrionische Persönlichkeitsstörung"* (beim meinem aktuellen Online-Test kommt übrigens "normale Beimischung" heraus). Meine damalige Therapeutin meinte dazu nur "Typisch Mann – dass Männer Frauen als hysterisch (alte Bezeichnung) bezeichnen, hat eine lange Geschichte... dabei gehört das auch zum Künstler- und Bühnenmenschendasein ." Anmerkung meinerseits: Auch wenn ich gerade kein Bühnenprojekt habe, bin/bleibe ich ein Bühnenmensch.

 

In den Augen meiner Eltern (den beiden Menschen, die mir zunächst gänzlich unschuldigem Wesen IHR Erbgut und IHRE Erziehung/Prägung mitgaben) zu existenziellen Teilen "nicht akzeptabel" zu sein - daran erinnere ich mich. Weit zurück.

 

Dieses Hü und Hott.

Es begegnete mir noch oft. Im Kindergarten, in der Schule, in allen möglichen (Lern-)Situationen: Zu einem Teil (oft extrem) gepriesen werden und zum anderen Teil abgelehnt, gescholten, so als hätte ich mich mutwillig schlecht betragen, so als müsse ich unbedingt etwas ändern daran, wie ich BIN. Dabei war ich doch eben noch so toll...???!

 

Dabei sind das, was andere Menschen an mir begeistert und das, was manche befremdet einfach nur 2 Seiten (m)einer Medaille. Mit Extremen auf beiden Seiten. Schnell, bunt, warm, herzlich. Ungeduldig, schrill, (vor-)laut, nervig. SO WHAT?!

 

(extrem = außerordentlich, besonders, übermäßig. Das Gegenteil wäre moderat, maßvoll. Inzwischen manchmal eine von mir freiwillig gewählte Leitrichtung...)

 

Ich habe das Hü und Hott nie verstanden. Es tat mir immer (bis jüngst noch) weh, wenn Menschen, die mich gerade noch über den Klee gelobt hatten, mich plötzlich kritisierten, schalten, straften, mieden. Oder mir Vorwürfe machten. Mich aufforderten, mich zu ändern. Manchmal versuchte ich es. Doch wie sollte mir das gelingen, wenn ich doch nicht verstand, was los war? Oft reagierte ich mit Trotz. Oder Schmerz. Drama. Das schützte mich vielleicht davor, beim Versuch, mich AUF BIEGEN UND BRECHEN anzupassen, zu gefallen, auseinander zu krachen.

 

SPEKULATION – Möglicherweise hätte es einen Weg gegeben: Andere Menschen lagen mir schon immer am Herzen. Hätte sich einmal jemand die Mühe gemacht, mir zu erklären, dass ich ihnen mit meiner Art manchmal die Luft zum Atmen nahm, dass Menschen verschieden sind, es stillere und schüchterne Wesen gab als mich... dass ich denen Gutes tun könne, indem ich mich mal zurücknähme und sie vorließe, wäre ich gefragt worden, ob ich zum Wohle anderer handeln wolle – ich glaube, so etwas hätte mich erreicht.

 

Wurde mit dem Auf- und Abspalten meines Benehmens, meines SEINS in die beiden äußersten Pole das Bipolare in mir geweckt oder gar kreiert? Hm...

 

 

*Persönlichkeitsstörungen bezeichnen lang andauernde Erlebens- und Verhaltensmuster, verursacht durch Entwicklungsbedingungen in der Kindheit oder späteren Lebensabschnitten, genetische Faktoren oder erworbene Hirnschäden. Diese Verhaltensmuster weichen von einem flexiblen, situationsangemessenen Erleben und Verhalten in charakteristischer Weise ab." (Wikipdia).

 

Die bipolare Psychose wird öfter von Zusatzdiagnosen aus dem Bereich der Persönlichkeitsstörung begleitet. Wobei ich den Begriff STÖRUNG im Zusammenhang mit PERSÖNLICHKEIT als sehr diskriminierend erlebe. Aber vielleicht ist das auch nur meine typische Empfindlichkeit?

 

"Der Begriff Persönlichkeit hat die Individualität jedes einzelnen Menschen zum Gegenstand. Temperament und Charakter sind ältere Fachbezeichnungen. Kernfragen sind beispielsweise die Stabilität oder Veränderung von Persönlichkeitsmerkmalen, ihre dispositionelle Funktion (Bedeutung für zukünftiges Verhalten) oder die Art ihrer Repräsentation und Manifestation (Konstrukte oder Rekonstrukte)." (nochmal Wikipedia)

 

 

Und nun?

Ich bin wie ich bin. Solange meine Freiheit nicht die meines Nächsten beschneidet, ist sein Problem mit mir eben genau das:

SEIN PROBLEM. (Wie meine taffe Schwester schon als Kind zu unseren Eltern immer sagte: "Dein Pech!")

Ich möchte nicht länger gesplittet werden in "total bewunderns- und liebenswert" und "verkehrt". Nicht alles, was ein Mensch tut kann und muss von den anderen verstanden werden. Dann natürlich auch nicht beklatscht. Aber auch nicht zensiert!!!

 

Schweigen ist tatsächlich manchmal Gold.

 

Nobody's perfekt. Darum jedem Menschen seine Kuriositäten lassen!

 

Ich bin ok, Du bist ok.

 

Leben und leben lassen.

Das funktioniert mit Toleranz, Akzeptanz, Respekt und Achtsamkeit.

Definition von Schopenhauer: "Wer unter Menschen zu leben hat, darf keine Individualität, sofern sie doch einmal von der Natur gesetzt und gegeben ist, unbedingt verwerfen; auch nicht die schlechteste, erbärmlichst, oder lächerlichste. Er hat sie vielmehr zu nehmen, als ein Unabänderliches, welches, infolge eines ewigen und metaphysischen Prinzips, so sein muß, wie es ist, und in den argen Fällen soll er denken: "Es muß auch solche Käuze geben." Hält er es anders; si tut er unrecht und fordert den andern heraus, zum Kriege auf Tod und Leben. Denn seine eigentliche Individualität, d. h. seinen moralischen Charakter, seine Erkenntniskräfte, sein Temperament, seine Physiognomie usw. kann keiner ändern. Verdammen wir nun sein Wesen ganz und gar; so bleibt ihm nichts übrig, als in uns einen Todfeind zu bekämpfen: denn wir wollen ihm das Recht zu existieren nur unter der Bedingung zugestehn, daß er ein anderer werde, als er unabänderlich ist. Darum also müssen wir, um unter Menschen leben zu können, jeden, mit seiner gegebenen Individualität, wie immer sie auch ausgefallen sein mag, bestehn und gelten lassen, und dürfen bloß darauf bedacht sein, sie so, wie ihre Art und Beschaffenheit es zuläßt, zu benutzen; aber weder auf ihre Aenderung hoffen, noch sie, so wie sie ist, schlechthin verdammen. Dies ist der wahre Sinn des Spruches: "Leben und leben lassen." ..."

 

 

Die süße Illustration stammt aus der Galerie GERMAN PROVERBS von IMGUR.

 

UND ICH SINGE:

I Am What I Am by Gloria Gaynor  (Written by Mark Owen • Copyright © BMG Rights Management US, LLC)
I am what I am 
I don't want praise, I don't want pity
 - I bang my own drum
 Some think it's noise, I think it's pretty
 -

And so what if I love each sparkle and each bangle
 - Why not try to see things from a different angle
 -

Your life is a sham
 Till you can shout out
: I am what I am

I am what I am
 And what I am needs no excuses - 
I deal my own deck
 Sometimes the aces sometimes the deuces -


It's one life and there's no return and no deposit
 - One life so it's time to open up your closet
 -

Life's not worth a damn till you can shout out: 
I am what I am

I am what I am
 And what I am needs no excuses
 - I deal my own deck sometimes the aces sometimes the deuces -


It's one life and there's no return and no deposit
 - One life so it's time to open up your closet
 -

Life's not worth a damn till you can shout out
: I am what I am

I am, I am, good
 - I am, I am, strong
 - I am, I am somebody
 - I am I do belong
 - I am, I am, good
 - I am, I am, strong -


I am, I am somebody - 
I am I do belong - 
I am, I am, useful
 - I am, I am true
I am, I am worthy
 - I am as good as you -


I am, I am, useful
 - I am, I am true - 
I am, I am worthy
 - I am as good as you




Nathalie spinnt mal mehr mal weniger im COMPASSIONER

 

Von Folge 1, 2 und 3 lautete der Titel meiner Compassioner-Serie TAGEBUCH DER BIPOLAREN MUSE "Nathalie spinnt".

Warum sich das in Folge 4 und  seit heute aktuell – Folge 5 geändert hat habe ich in letzterer beschrieben.

Reinlesen lohnt sich! Und kommentieren freut mich!

 

 

 

 


7x fucked up... story of my life – Oder: Humor ist, wenn man trotzdem lacht!

Mit diesem Text habe ich mich als Speaker für die Fucked-Up-Night Frankfurt beworben... daumen drücken...

GdB (Grad der Behinderung) 60% steht in meinem Ausweis. Bipolare Störung.


Neben dem Scheitern meiner ersten Ehe und meiner Kinderlosigkeit besteht der größte Fuck up meines Lebens in meiner mehrjährigen Odyssee hauptsächlich der beruflichen Niederlagen.

FUCKED UP No. 1
Anstatt nach Regelstudienzeit mein Diplom in Kommunikationsdesign zu machen erlitt ich meine ersten beiden Phasen, Depression und Manie… und landete in der Klapse.

Das Diplom machte ich schließlich 2 Jahre später. Es folgten 17 Jahre Anstellung als Kreative in Verlag und Agentur.

 

2001 traf ich meinen heutigen Mann. Haus, Reisen, Hunde, Freunde. Alles gut.

Zwischendrin unterbrochen von Depression und Manie. (FUCK)

 

2011 kreierte ich ein dreiteiliges Outing- und Aufklärungsprojekt mit Ausstellung, komischer FlamenComedy Bühnenshow und Buch. Verlegt von meinem Chef. Doch er übergab seine Werbeagentur bald seinem Sohn.

FUCKED UP No. 2
Der Junior fand im Februar 2013 eine Möglichkeit, mir nach fast 14 Jahren Agenturzugehörigkeit fristlos zu kündigen. Das Versorgungsamt schritt nicht ein. Um vor Gericht für mein Recht und eine angemessene Abfindung zu streiten, war ich zu dem Zeitpunkt bereits zu krank, depressiv.

FUCKED UP No. 3
Die fragwürdige Weiterbildung, in die mich das Arbeitsamt schließlich steckte, erleichterte weder meine Gesundung noch meine Arbeitssuche. Insgesamt über 150 kreative Bewerbungen mit Herz verschickte ich an Agenturen in und um Frankfurt. Vergeblich, ich fand keine neue Anstellung als Grafikdesignerin.

FUCKED UP No. 4
Zuletzt hatte ich halbtags gearbeitet um krankheitsauslösenden Stress klein zu halten. Ich war über 40. Zur selben Zeit musste ich auch meine Gebärmutter entfernen lassen. Trübe Aussichten: weder Kinder noch Karriere. Die Krankheit meldete sich wieder öfter.

FUCKED UP No. 5
Obendrein hatte sich – typisch bei bipolaren Störungen und auch ein häufiger Nebeneffekt der Medikamente – inzwischen ein komorbider Effekt eingeschlichen: Adipositas. Die Zusammenfassung machte mich fassungslos: Keine Kinder, kein Haus (das hatten wir inzwischen verkauft), kein Job, keine Jugend, keine Gebärmutter, keine Gesundheit und fett.

Was hatte ich noch? Glücklicherweise gab es noch einiges, für das ich DANKBAR war: Mann, Hund, Freunde, Familie. Und meine Talente. Die sich nicht nur auf Design beschränken. Gesang und Tanz nähren meine Seele und erinnern mich immer wieder an meine Lebensfreude. Und Schreiben. Und Menschen inspirieren. Aha. Ein Hinweis? Ebenso wie FUCKED UP No. 2 bis 5? Hatte das Leben etwa etwas anderes mit mir vor?

Anstatt also stehen zu bleiben, wie ein Opferlamm, lieh ich mir Geld und begab mich in eine Ausbildung zum integralen Coach. Mit zwei Nebeneffekten: Selbstentwicklung sowie nachhaltige und vielversprechende Netzwerke und herzliche Verbindungen. Doch die FUCKED UP SERIE sollte dennoch zunächst noch fortgesetzt werden...

FUCKED UP No. 6
Meine Selbstständigkeit als freiberufliche Muse die ich parallel zur Fortbildung angemeldet hatte währte nicht lange. Nach knapp einem Jahr voller Kosten und Flausen meldete ich sie wieder ab. Geschwächt von meiner Vulnerabilität hielt ich den Druck der vielen Formalismen und des anfangs ausbleibenden finanziellen Erfolgs nicht aus. So heftig wie er aufgetaucht war, verließ mich der Mut wieder und ich erkrankte erneut.

FUCKED UP No. 7
Nach meinem letzten Psychiatrieaufenthalt im Frühjahr 2016 (dem vierten seit 1994) beantragte ich also quasi notgedrungen die Erwerbsminderungs-Rente. Und fühlte mich daraufhin mehr denn je wie Häschen in der Grube. Die Rente wurde zunächst für 2 Jahre bewilligt.

Inzwischen habe ich das Gefühl von Ohnmacht jedoch eingetauscht gegen Selbstwirksamkeit und Eigenmacht. Ich schreibe in On- und Offline-Magazinen über Kunst und Gesundheit. Was oft ein und dasselbe ist. Ich habe ehrenamtlich die stellvertretende Chefredaktion und für eine Miniatur-Aufwandsentschädigung insbesondere die Art-Direktion für ein Print-Magazin übernommen, welches sich mit seelischer Gesundheit beschäftigt. Ich arbeite an meinem zweiten Buch. Und an einem weiteren – gemeinsam mit einer Freundin, die mit ihren alternativen Therapiemethoden große Erfolge verzeichnet, auch an mir. Es gibt einige weitere Projekte. Beispielsweise die Fach-Ausbildung als EX-in-Genesungsbegleiterin. Und als Clown. Ma schau'n... Jedenfalls heiter geht's weiter ;)


KURZVITA Nathalie Karg: * 14. Mai 1971 in Kronberg im Taunus Stier, Aszendent Skorpion / 1994 Diagnose Bipolar 1 / 1996 Diplom Kommunikationsdesign + 1. Ehe / 2001 meet my soulmate Holger – gemeinsam immer Hund / 2004 Hochzeit No. 2 / 1997 - 2013 angestellte Grafikdesignerin in Verlag + Agentur / ab 2014 Weiter- und Ausbildungen, Neuorientierung
Links: muse4u.de / diebipolaremuse.jimdo.com / nathalie-karg.jimdo.com / dievollbeweglichetante.blogspot.de / blunaland.blogspot.de / musenfunken.blogspot.de / kargkreativ.de

 

>>> 2 CURRICULA - 1 schön, 1 scheisse ausführlich HIER.

 

 

 


4 Ursachen für die Bipolare Störung + 1 Brief an Angehörige + 1 wichtige Erkenntnis

Illustration zu Punkt No.4:

Ursache 1: Gene und Vererbung

In Zwillings-, Familien-, und Adoptionsstudien konnte gezeigt werden, dass bei Verwandten ersten Grades von Patienten mit Bipolaren Störungen solche Erkrankungen etwa sieben Mal häufiger auftreten.


• Wenn also ein Elternteil erkrankt ist, besteht bei den Nachkommen eine Wahrscheinlichkeit von ca. 10%, an derselben Störung zu erkranken. Sind beide Elternteile betroffen, liegt das Erkrankungsrisiko bei ca. 40 bis 50%.

 

• Leidet ein eineiiger Zwilling an einer Bipolaren Störung, so ist sein Zwilling mit einer ca. 60-prozentigen Wahrscheinlichkeit ebenfalls erkrankt.

Eine Bipolare Störung ist jedoch keine „Erbkrankheit“ im engen Sinne, die nach den Mendelschen Regeln vererbt wird. Viele verschiedene Gene, die wohl vor allem auf den Chromosomen 18, 4 und 21 liegen und die wichtig sind für Noradrenalin, Serotonin sowie für die Plastizität des Nervensystems, scheinen zu dem Störungsbild beizutragen. Veränderungen in diesen Genen liegen bei viele Menschen vor. Sind bei einer Person mehrere dieser Gene verändert, ist die Disposition für eine Bipolaren Störung wahrscheinlicher.

 

Ursache 2: Biologie und Chemie

• Im Gehirn von Patienten mit Bipolaren Störungen sind Veränderungen im Neurotransmitterhaushalt festgestellt worden. Unter Neurotransmittern versteht man chemische Botenstoffe, die an der Weiterleitung von Nervenimpulsen beteiligt sind. So findet sich bei depressiven Menschen eine Störung des Gleichgewichts verschiedener Transmitter bzw. ein Mangel an Noradrenalin und Serotonin.

 

• Bei depressiven Menschen ist die Empfindlichkeit und Dichte der Rezeptoren verändert, auf die die Neurotransmitter einwirken. Bei der Entstehung der Manie liegt eine erhöhte Konzentration der Neurotransmitter Dopamin und Noradrenalin vor.


• Unter anderem Jahreszeiten und Lichtmenge beeinflussen den Neurotransmitterhaushalt.

 

>>> Anmerkung / WICHTIGE ERKENNTNIS:

Die Erklärung des Leidens durch angeborene Faktoren birgt eine fatale Gefahr: das Gefühl der Ohnmacht gegenüber einem unüberwindbaren Damokles-Schwert, welches über einem schwebt. Die Schneide dieses Schwertes hat zwei Seiten.

 

Seite 1 fühlt sich zunächst erleichternd an: Niemand kann etwas dafür, es ist kein persönliches Versagen, man ist "berechtigt", immer wieder Mitgefühl, Hilfe, Geduld und Verständnis zu erhalten... Angst, Schmerz, Feigheit, Faulheit bzw. Schwächung empfinden die Diagnose als Erklärung und den bio-genetischen Hintergrund als Trost. Man kann "selbst nichts dafür (tun)".

Der Preis für diese vermeintliche Beruhigung ist hoch, denn Seite 2 ist die der OHNMACHT. Diese vermittelt dem Erkrankten das Gefühl eine Marionette zu sein, in letzter Konsequenz die Zügel nicht in den eigenen Händen zu halten. Das kann in der grausamen Konsequenz zu suizidalen Gedanken und Taten führen. Der Suizid lockt dann als Freiheit aus der Sackgasse heraus. Vermeintlich.

 

Meinem Leiden und dem Damokles-Schwert entkomme ich nur mit Mut. Dem Mut, hin und dem Grauen ins Auge zu sehen, im Feuer stehen zu bleiben, die Marionettenfäden zu kappen und die Zügel wieder aufzunehmen.

Eigenmacht und Selbstwirksamkeit schlagen die Ohnmacht.

Das ist möglich. Entweder ein- und letztmalig und ich bleibe fortan gesund oder eben immer wieder und wieder. Und wenn ich nicht aufgebe, wird meine Ausdauer letztlich belohnt. Mit immer längeren und stabileren gesunden und immer seltener und schwächer auftretenden Phasen.

 

Und dem Leben!

 

 

Ursache 3: Körper und Medikamente

Grundsätzlich kann jede körperliche Erkrankung zu psychiatrischen, d.h. auch zu manisch-depressiven Symptomen führen oder sie verursachen.

 

• Beispielsweise Veränderungen des Schilddrüsensystems zu Zuständen von Inaktivität und gedrückter Stimmung führen, aber auch zu gesteigerter Aktivität und Getriebenheit.

• Solche psychischen Veränderungen können auch bei Erkrankungen der anderen Hormonsysteme des Menschen auftreten, aber auch bei Bluthochdruck und anderen Herz- und Kreislauferkrankungen sowie vielen neurologischen Erkrankungen.

• Auch Medikamente wie das Cortison, Bluthochdruckmittel wie Beta-Blocker oder Antibiotika können manisch-depressive Zustandbilder auslösen.


Drogenkonsum und Alkohol verändern die affektive Gemütslage des Menschen und können zu großer Antriebssteigerung führen, aber auch den gegenteiligen Effekt haben. (Alkohol verändert das Gehirn auf die Dauer so, dass sich affektive Erkrankungen manifestieren können.)

- Schlafmangel und ein unregelmäßiger Tag-Nacht-Rhythmus können Krankheitsphasen auslösen. Auch bei Langstreckenflügen gilt Vorsicht.

- Das erstmalige Auftreten der Krankheit kann in jedem Alter geschehen. Die ersten Symptome treten jedoch meist zwischen 15 und 30 Jahren auf.

 

Ursache 4: Psychosoziale Faktoren

Traumata wie sexueller oder auch emotionaler Missbrauch, körperliche Misshandlung, fortgesetzte Vernachlässigung und andere belastende Lebensereignisse (sog. „life events“) wie frühe Scheidung der Eltern, Trauerfälle, frühe schwere körperliche Erkrankungen, Partnerschaftkonflikte, etc. aber auch erfreuliche Ereignisse wie Hochzeit, Umzug, Jobwechsel oder Schwangerschaft können bei einer vorbestehenden individuellen Disposition psychiatrische Erkrankungen wie die Bipolare Störung mitverursachen.

Persönlichkeit, Temperament und eine angeborene oder erworbene Verletzlichkeit (Vulnerabilität) können zusammen mit äußeren Faktoren wie Stress oder psychischen Belastungen (siehe oben) das Auftreten von Krankheitsepisoden begünstigen.

• Gerade bei „chronischen“ Krankheiten ist das Familiensystem* zu betrachten.

 

 


Gegensteuern bzw. vorbeugen?

• Psychoedukation, Psychotherapie, Selbstmanagement, Psychopharmakotherapie etc.


• Die Lebensführung ist sehr wichtig:

Wie gehe ich mit Stress um? Schlafe ich ausreichend? Wie steht es mit Bewegung und Ernährung? Achte ich auf genügend Erholung? Betäube ich mich oder schaue ich hin (Tagebuch, Meditation)?

 

• Entlarven und vermeiden von Stressoren

 

Diverse Links


 

* Weil das Familiensystem solch großen Einfluss auf Ausbruch und Verlauf der Krankheit hat und Briefe ein so effektives Tool sind, habe ich einen weiteren formuliert:

Ein (Muster-)Brief an Angehörige

 

Liebe/r Angehörige/r,


die Erkrankung deines Angehörigen spielt eine Rolle in deinem Leben.
Weißt du, dass auch umgekehrt Du eine Rolle in der Erkrankung deines Angehörigen spielst?



Auch wenn wissenschaftliche Forschungen vermuten lassen, das es genetische Hintergründe für die bipolare Erkrankung gibt, so sind doch die tatsächlichen Ursachen im Ganzen bis heute noch immer unklar. Falls etwas vererbt wird, so ist es lediglich eine Disposition. Wenn diese auf eine vulnerabile Persönlichkeit trifft und sich äußere und systemische Faktoren hinzu gesellen, kann diese Disposition zu Erkrankung führen. (Bemerkenswert in diesem Zusammenhang sind die modernen Erkenntnisse der Quantenphysik: Nichts ist wirklich fest und statisch. Dann kann auch keine Krankheit chronisch sein.)

Was heißt das für Dich, als Angehöriger?

Krass ausgedrückt: Du bist Teil der Krankheit oder auch der Gesundung deines Angehörigen.

Falls Du in direktem Eltern-Kind oder Geschwister Verhältnis zum Angehörigen stehst, umso mehr, denn dann gehörst Du außerdem zur Geschichte, die zum Ausbruch der Krankheit führte. Systemisch gesehen kann es sein, dass dein Angehöriger (in der Regel natürlich unbewusst) eine Rolle Angenommen oder etwas auf sich genommen hat, welche(s) ihn/sie krank werden ließ und darum durftest Du an dieser Stelle vergleichsweise gesund bleiben oder werden.

Prüfe, wie Du dem gegenüber stehst. Nur weil du die Krankheit deines Angehörigen nicht in deinem eigenen Körper hast, stehst du nicht über ihm/ihr. Es mag sich phasenweise vorübergehend so anfühlen, als gäbe es diese Gleichstellung nicht mehr, wenn Dein Angehöriger in einer akut kranken Phase sehr bedürftig wird. Egal, ob er dDich dann rührt, braucht, nervt, provoziert, anstrengt oder was auch immer – sei froh, dass Du nicht an seiner Stelle bist, denn das hätte auch geschehen können.

Das gilt übrigens für alle Krankheiten, nicht nur die bipolare Störung.

Wenn Deine Liebe groß ist, dann stehe Deinem Angehörigen in kranken Phasen bei, so gut du kannst und achte gleichzeitig darauf, stets auch gut für dich selbst zu sorgen. Niemand hat etwas davon, wenn du Dich und Dein Leben hinten anstellst oder gar aufgibst.

Wenn es zu anstrengend für Dich wird, ziehe Dich zurück. Es gibt andere Menschen und Profis, die deinem Angehörigen zur Seite stehen können, er/sie ist nicht allein.

Vergegenwärtige Dir, dass Du es in manchen Phasen nicht mit dem Menschen zu tun hast, den Du sonst kennst. Nimm Dir sein Verhalten also nicht zu Herzen und warte geduldig, bis der Mensch wieder er/sie selbst ist. Vielleicht hilft es, wenn Du Dir sagst, er/sie wäre gerade im Urlaub und hat nur seine Körperhülle (gefüllt mit einem manisch-depressiven Kobold) da gelassen...

In Eurer Aufarbeitung sind Vorwürfe und das Gefühl von Schuld unbedingt zu vermeiden. Solcherlei ist kontraproduktiv für Euch beide!

Wenn du deinem Angehörigen helfen möchtest, dann tu dies möglichst nüchtern und neutral. Wenn er/sie wieder stabil ist könnt ihr eventuell verworrene Fäden eurer Beziehung und seiner/Eurer Historie zu entwirren. Euer Miteinander ist wichtig. Bemüht euch um ehrliche, achtsame und wertschätzende Kommunikation und lasst einander sein, wie ihr seid.

Wenn eine bipolare Störung bereits einmal ausgebrochen ist, sind Stressoren unbedingt zu vermeiden, damit der Betroffene wieder in ausgeglichenen Bahnen selbstwirksam leben kann. Vieles kann ein Stressor sein. Genauso wie der Betroffene für seine Stabilität auf reichlich regelmäßigen Schlaf und ein ausgewogenes Leben mit gesunder Ernährung, Bewegung und Pausen achten muss, ist auch dafür zu sorgen, jeglichen emotionalen Stress möglichst gering zu halten. Prüfe und beherrsche Dich hier und achte darauf, die Krankheit deines Angehörigen nicht durch dein Verhalten noch zu befeuern!

Wenn dein Betroffener Angehöriger Distanz zu dir braucht, dann respektiere dies.

Schaue nicht nur auf ihn/sie, sondern vor allem auf dich.

Wisse und schätze immer, dass du Glück gehabt hast, dass dich diese Krankheit nicht selbst so heimgesucht hat, wie deinen Angehörigen. Ja, das ist Glück, nicht dein persönlicher Verdienst.

In gesunden Zeiten, könnt ihr eure Beziehung stärken und gemeinsam viele Gründe sammeln, das Leben zu lieben.

"Resilienz" heißt das Zauberwort, ihr beide könnt jeweils eure eigene aufbauen und ausbauen.

Alles Gute Euch allen,

und auch meiner Familie <3

Nathalie

 

PS:  HIER gibt es Weitere brauchbare Tipps für Angehörige.

 

 

 

 


Bipolar? Die ultimativen Media-Tipps der bipolaren Muse – Bücher, Filme, Magazin!

8 Bücher + 2 Filme

Meine kleine Top-Auswahl: Bis auf mein Buch sind alle Medien unter anderem über amazon zu beziehen.
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Miles! – Dein Magazin für seelische Gesundheit

Ausgabe Q3.17: mit Samuel Koch, Veit Lindau, Nathalie Karg - der bipolaren Muse u.v.m.

Seit dieser Ausgabe bin ich Kreativ-Directrice und stellvertretende Chefredakteurin an der Seite von Gründer Marcus Jäck.
Seit dieser Ausgabe bin ich Kreativ-Directrice und stellvertretende Chefredakteurin an der Seite von Gründer Marcus Jäck.

MAGAZIN.

 

Erhältlich ist MILES! Dein Magazin für seelische Gesundheit und Emotionen über www.miles-dasmagazin.de ... einen etwas ausführlicheren Einblick gibt es in meinem ART-Blog. MILES! ist das erste und (noch) einzige seiner Art!


Unter dem Motto „Wir sind viele“ schreiben in MILES! hauptsächlich Betroffene für Betroffene und deren Angehörige. Themen sind Depression, Borderline, Burnout, Mobbing, Essstörungen, Kultur, Sport, Bewegung, Recht, Entspannung, (Suizid-)Prävention und vor allem Menschen! Viele Stiftungen, Verbände, Ärzte und Selbsthilfe-Gruppen unterstützen das Redaktionsteam rund um Chefredakteur Marcus Jäck und seine Chef-Grafikerin Nathalie Karg.

 

Ziel von MILES! ist es, durch Aufklärung und Information bestehende Vorurteile abzubauen und das Verhalten der Öffentlichkeit gegenüber psychisch erkrankten Menschen positiv zu beeinflussen.

 


 

BÜCHER.

 

Es gibt inzwischen einige. Viele sind stark wissenschaftlich und/oder schulmedizinisch. Andere rein biografisch, auch in Romanform. Nur wenige begeistern mich nachhaltig (ein Grund mehr, mein eigenes neues Buchprojekt wieder verstärkt voran zu treiben...) – 7 plus meinen Erstling "Toll im Quadrat" möchte ich heute vorstellen.


Autorin KAY REDFIELD JAMISON
Meine ruhelose Seele

Die Geschichte einer bipolaren Störung

(1995/2014)

Eine sehr ausführliche Rezension gibt es auf der Seite der DGBS.

Weitere Bücher von dieser Autorin:
• Wenn es dunkel wird

Zum Verständnis des Selbstmordes

(2000)

• Touched with Fire

Manic-Depressive Illness and the Artistic Temperament

(1996)

 

uvm.


* * *

 

Autorin ELLEN FORNEY

• Meine Tassen im Schrank

Depressionen, Michelangelo und ich

(2014)

In der gut reflektierten „graphic novel/Memoir“  – einer gezeichneten Biografie, gespickt mit detailreichen Infographics beschreibt die US-amerikanische Cartoonisten Ellen Forney ihren langen Weg von Erst-Diagnose zur richtigen Medikation in schwarz-weiß Zeichnungen, die sowohl emotional als auch wissenschaftlich anmuten. Unterhaltsame Aufklärung. Der englische Originaltitel lautet „Marbles“, in der deutschen Übersetzung des Untertitels fehlt die Manie. Dass es um Bipolarität geht, wird erst aus dem Rückentext deutlich.

Weitere Rezensionen beispielsweise hier und hier...

* * *

 

Autorin NATHALIE KARG (moi)

• Toll im Quadrat

toll² – Bipolar überleben von A bis Z

(2011)

 

Leseprobe

 

Dieses humorvolle, kreative Bilder- und Geschichtenbuch für Betroffene der bipolaren Störung und ihre AngehörigenBuch ist mehr als ein Kunst- oder Ausstellungskatalog.

Es besteht aus drei Teilen.
Teil 1 ist ein Bilderbuch. Es zeigt 26 Exponate mit persönlichen Erläuterungen und Beschreibungen der Künstlerin.
Teil 2 enthält eine autobiographische Geschichte, die von den oft skurrilen Abenteuern erzählt, die Nathalie Karg während des erstmaligen Ausbruchs ihrer manisch-depressiven Erkrankung erlebte. 
Teil 3 befasst sich mit der Selbsthilfe-Nicht-Nur-Flamenco-Revue, welche die Autorin/Künstlerin/Tänzerin-Sängerin-Comedienne für toll im Quadrat kreierte und aufführte, ein Ausschnitt hier.

Bei der Bipolaren Störung wechseln sich depressive, ma­nische, hypomanische oder gemischte Episoden ab. Zu den Betroffenen zählen viele kreative, erfolgreiche Menschen. Dennoch sind die Folgen dieser Erkrankung oft schwerwiegend, unbehandelt kann sie Leben ruinieren. Mit ihrem dreiteiligen Projekt demonstriert Nathalie Karg, wie sie die Balance bewahrt. So möchte sie anderen Betroffenen und Angehörigen helfen, trotz Höhen und Tiefen den Mut, den Humor und die Lebensfreude zu behalten.
 
LESERSTIMMEN:
„Dieses Buch ist in mehrfacher Hinsicht bemerkens- und lesenswert. Es bietet tiefe Einblicke in die Welt einer Betroffenen und zeigt auf wunderbare Weise mit wieviel Kreativität man mit dieser Krankheit umgehen kann.“ Eine Angehörige

„Mit großem Interesse habe ich „toll im Quadrat“ von Anfang bis zum Ende gelesen. Ihre Kunst greift mit ganz viel Tiefgang sehr viele und unterschiedliche Facetten der Herausforderungen auf, vor die von einer bipolaren Störung Betroffene und deren Umfeld gestellt werden und macht sie auf ganz neue Art und mit anderen Sinnen erfahrbar. Vielen Dank dafür. Dieses Buch werde ich gerne den Patienten unserer Ambulanz zur Ansicht auslegen.“ Dr. med. Andrea Sauter, FachärztinÄ für Psychiatrie und Psychotherapie, Zentrum für Psychosoziale Medizin Heidelberg

BIO:

Toll-Autorin Nathalie Karg erhielt 
1994 die Diagnose „Bipolare Störung“, zwei Jahre später machte sie ihr Diplom in Kommunikationsdesign und arbeitete anschließend als Grafikdesignerin und Journalistin. Und als Bühnenkünstlerin, denn ihre Kreativität erstreckt sich nicht nur auf das Schreiben und Gestalten – kaum, als Nathalie laufen und sprechen konnte, begann sie zu singen und zu tanzen. Mehr unter MUSE4U.de
.

* * *

 

Autor MATTHEW JOHNSTONE
• Resilienz

Wie man Krisen übersteht und daran wächst

(2015)

 

Rezension

Weitere Bücher von diesem Autor:
• Mein schwarzer Hund

Wie ich meine Depression an die Leine legte

(2008)

• Den Geist beruhigen

Eine illustrierte Einführung in die Meditation

(2012)

uvm.

* * *

 

Ach doch eines noch: MANISCH DEPRESSIV FÜR DUMMIES (2009) finde ich auch gut.

 


 

FILME.

 

• MR. JONES


von Mike Figgis 
Mit Richard Gere, Lena Olin


(1994)

Trailer
Full Movie

 

Unberechenbar und unwiderstehlich - Hoch und Tief wechseln bei Mr. Jones (Richard Gere) sehr schnell - zu schnell. Gerade hat er nach längerer Arbeitslosigkeit wieder einen Job auf einer Baustelle bekommen, da überkommt ihn das Hochgefühl: Er klettert auf das Dach des Rohbaues, balanciert und versucht abzuheben, als könne er fliegen. Das kostet ihn nicht nur seinen Job, sondern auch die Freiheit: Wegen "akuter Selbstmordgefahr" wird er in eine psychiatrische Klinik eingeliefert. Dort behandelt ihn die Psychiaterin Dr. Elizabeth Bowen (Lena Olin). Die ist aber nicht nur daran interessiert herauszufinden, was bei dem musikalisch und mathematisch hochbegabten Mann diese Gefühlsschwankungen auslöst - sie entdeckt auch, dass er ein hochsensibler Mensch ist und verliebt sich in ihn. Das wird spätestens in dem Moment zum Problem, als er von Chefärztin Dr. Holland (Anne Bancroft) als nicht mehr akut gefährdet entlassen wird und Dr. Bowen die "private" Betreuung übernimmt. Zum Eklat kommt es während eines klassischen Konzertes, als Jones auf die Bühne stürmt...


* * *

 

Touched with fire

von Paul Dalio mit Katie Holmes und Luke Kirby

(2016)

Trailer

Full movie

Touched with Fire mit einer fabelhaften Katie Holmes behandelt Aspekte wie die Liebe zwischen zwei bipolar diagnostizierten Menschen, die philosophische Frage "Geschenk oder Fluch?", hysterische bzw. hilflose und besorgte Eltern, brutale Schulmedizin, Einsicht und Trotz, Medikamente JA/NEIN?, Kinder kriegen JA/NEIN?, Kreativität und Kunst uvm. In einer Szene tritt kurz der selbst real bipolare Regisseur Paul Dalio auf und in einer anderen die berühmte Psychiaterin Psychologin und bipolare Autorin Kay Redfield Jamison, ebenso ihr Buch TOUCHED WITH FIRE, welches dem Film seinen Namen gab und – nicht nur im Film – die „Bibel“ der Kreativen mit bipolaren Leiden ist. Darin deckt Kay Zusammenhänge auf zwischen künstlerischen Genie und dieser Krankheit – auf ihrer Liste stehen: Lord Byron, Robert Lowell, Emily Dickinson, William Blake, Sylvia Plath, Edgar Allan Poe, John Berryman, William Cowper, Robert Fergusson, Edna St. Vincent Millay, Gustaf Fröding, Ezra Pound, Anne Sexton, Percy Bysshe Shelley, Theodore Roethke, Charles Baudelaire, John Ruskin, Dylan Thomas, Victor Hugo, Joseph Conrad, William Faulkner, F. Scott Fitzgerald, Ernest Hemingway, Hermann Hesse, Herman Melville, Malcolm Lowry, Eugene O’Neill, Tennessee Williams, Virginia Woolf, Robert Schumann, Hector Berlioz, Anton Bruckner, Hugo Wolf, Gustav Mahler, Otto Klemperer, Peter Tchaikovsky, Bud Powell, Charles Parker, Cole Porter, Irving Berlin, Paul Gauguin, Jackson Pollock, Georgia O’Keeffe, Ernst Ludwig Kirchner, Edvard Munch and Vincent van Gogh


Mein Fazit: Beide Filme sind zum einen gut besetzt und unterhaltsam und zum anderen sehr gut geeignet um Unwissenden die bipolare Störung zu erklären.

 

Viel Spaß und erhellende Momente mit meinen Media-Tipps :)

 

 

 


5-Punkte-Plan, um gesund zu bleiben

1.) Ja, den Troll nicht füttern!!! Keinen Troll!

 

Nicht die Trolle der Krankheit – weder den einen noch den anderen.

 

Und auch nicht die im Aussen. On- oder offline.

 

2.) Mit den eigenen ENERGIEN HAUSHALTEN.

Tun und sich umgeben mit was/wer einem gut tut und alles andere möglichst meiden oder minimieren

 

3.) Ausserdem stets achten auf DIE 4 BASICS – nämlich ausreichend:

I   Schlaf

II  Bewegung

III gesunde Ernährung

IV Erholung (Meditation, Mittagsschlaf, chillen,...)

 

4.) ... und auf eine AUSGEWOGENE MISCHUNG:

Geselligkeit* / Alleine sein

Unterhaltung / Bildung

Lockerlassen /Dranbleiben

Natur / Zivilisation

Arbeit / Pause

free Flow / feste Rituale****

 

5.) BEOBACHTEN:

Buch führen über Stimmung und Leben

 

 

* mit wohlmeinenden, unterstützenden Menschen, die einem fördernd mit Respekt, Manieren, Ehrlichkeit**, Höflichkeit, Sensibilität und Wohlwollen begegnen und die Grundregeln von Kommunikation*** beherzigen ... also das Gegenteil eines (Internet-)Trolls...

 

**Merke: ungefragte, herausposaunte Direktheit, Kritik, Forderungen/Erwartungen, Beleidigungen haben nichts mit Ehrlichkeit oder Wohlwollen zu tun.

 

***schön ist auch: ankündigen oder fragen, ob das Gegenüber offen ist, (zu-)hören möchte...

 

**** MORGENRITUAL: Atmen, Spiegel, Gebet, Meditation, gemeinsames Frühstück, Morgengym, Kalenderblick, Wunsch + Intention für den Tag / ABENDRITUAL: Tagesrückblick in Dankbarkeit (mind. 3 Punkte), Mitgefühlsgebet, Bodyscan; regelmässige Paartage,... (beispielsweise)

 

 

 


GRÜN GRÜN GRÜN...

… sind zwar nicht alle meine Kleider und ist auch nicht alles was ich hab - ich doch der grüne Bereich ist spätestens seit diesem Jahr meine absolut erklärte Lieblingszone, denn ich weiß jetzt, dass und wie ich darin den gesamten Regenbogen integrieren kann.

 

Die Farbsystem-Firma PANTONE hat Greenery zur Farbe des Jahres 2017 erklärt und darum trinke ich meine Energie oder Beruhigungs-Tee es nun aus der der entsprechenden Tasse.

"Als Farbe des Jahres 2017 ist Greenery ein Symbol für unsere neu aufkeimende Hoffnung, unsere Sehnsucht nach Leben und unser wachsendes Verlangen nach Verjüngung, Wiedervereinigung mit der Natur und engerem Miteinander. PANTONE 15-0343 Greenery ist eine lebensbejahende Farbe und Sinnbild für Leidenschaft und Vitalität. Es wirkt beruhigend und belebend zugleich und vermittelt Selbstsicherheit und Unerschrockenheit."

 

 

Meinen zweiten Neuerwerb halte ich in der anderen Hand: Nach Mister Jones aus 1994 mit Richard Gere und Lena Olin ist der aktuelle FILM Touched with Fire mit einer fabelhaften Katie Holmes mein neuer erklärte Lieblingsfilm zum Thema BIPOLARE STÖRUNG. Der Film behandelt mir wohl bekannte Aspekte wie die Liebe zwischen zwei bipolar diagnostizierten Menschen, die philosophische Frage "Geschenk oder Fluch?", hysterische bzw. hilflose und besorgte Eltern, brutale Schulmedizin, Einsicht und Trotz, Medikamente JA/NEIN?, Kinder kriegen, Kreativität und Kunst uvm. Auch der selbst bipolare Regisseur Paul Dalio tritt in einer Szene kurz auf und in einer anderen die berühmte Psychiaterin Psychologin und bipolare Autorin Kay Jamison Redfield, ebenso ihre "Bibel" TOUCHED WITH FIRE, das Buch, welches dem Film seinen Namen gab. Darin deckt Kay Zusammenhänge auf zwischen künstlerischen Genie und dieser Krankheit – auf ihrer Liste stehen: Lord Byron, Robert Lowell, Emily Dickinson, William Blake, Sylvia Plath, Edgar Allan Poe, John Berryman, William Cowper, Robert Fergusson, Edna St. Vincent Millay, Gustaf Fröding, Ezra Pound, Anne Sexton, Percy Bysshe Shelley, Theodore Roethke, Charles Baudelaire, John Ruskin, Dylan Thomas, Victor Hugo, Joseph Conrad, William Faulkner, F. Scott Fitzgerald, Ernest Hemingway, Hermann Hesse, Herman Melville, Malcolm Lowry, Eugene O’Neill, Tennessee Williams, Virginia Woolf, Robert Schumann, Hector Berlioz, Anton Bruckner, Hugo Wolf, Gustav Mahler, Otto Klemperer, Peter Tchaikovsky, Bud Powell, Charles Parker, Cole Porter, Irving Berlin, Paul Gauguin, Jackson Pollock, Georgia O’Keeffe, Ernst Ludwig Kirchner, Edvard Munch and Vincent van Gogh

 

Inzwischen bin ich sowohl von innen als auch von außen bestens ausgestattet, um mein Leben trotz einstiger Diagnose in sowohl vollen als auch ausbalancierten Zügen zu genießen… Im besten Fall fort an unbehelligt von bipolaren Gefühlen der Pein.

Ja, meine Krankheit hat meine Biografie mit geschrieben und auch einen Teil meiner Identität gestiftet doch nun ist es Zeit für den größeren weiteren Meta Blick und meine/die Essenz ist heil. Alles ist gut.

 

 

 


Mehrfache Wiederauferstehung und 2 Curricucula (1 schön + 1 scheiße)

BILDUNTERSCHRIFT: ... Auf dem Foto zu sehen: ein erster Andruck der MILES! in der Druckerei!!!! Yayyyyyyy!!! Genauer: Titel (mit Samuel Koch) und Inhaltsverzeichnis – jaaaa MIT VEIT LINDAU! Er hat seinen Artikel "FUCKED UP" beigesteuert... Unten links übrigens die stellvertretende Chefredakteurin ART- und CREATIV Directrice und mein lieber Chefredakteur!

 

 

Aus diesem Anlass heute folgender Post:

 

I’m fucked up – zu Deutsch: Ich bin im Arsch.

Ich bin ... Ist das also ein Zustand?
Höchstens vermeintlich. Eher ist das ein Gedanke und/oder ein Gefühl.

„fucked up is typically used in reference to being physically, mentally, morally/asthetically, performance-wise, or even theoretically damaged in some way. It, in and of itself has many gradient levels, such as 'slightly fucked up', or 'extremely fucked up', but all versions have to do with describing the level of damage.“

Aha. Beschädigt also. Zerstört. Am Boden zerstört gar. Oder auch gescheitert.
Fehler sind menschlich. Gehören zum Leben. Scheitern kann stärker machen.


Haben Menschen sich früher noch versteckt, wenn sie scheiterten, oder ihre Lebensläufe* frisiert um Momente des Scheiterns zu verschweigen, so gehört Scheitern inzwischen mehr und mehr zum guten Ton.

Der Trend geht zum Schöner-Scheitern: Hinfallen, aufstehen, schütteln, Krönchen richten, weitergehen.

 

Man zeigt sich und seine Schwächen. Vielleicht nicht, so lange die Wunden noch ganz frisch sind, aber die daraus entstandenen Narben sind salonfähig geworden. Und allemal eine Party wert.

Das kommt mir möglicherweise entgegen. Am Ende ist meine psychische Krankheit gar kein Grund mehr für Stigmatisierung? (Stigma = ein Merkmal, wodurch jmd. oder etwas in bestimmter  – negativer – Weise gekennzeichnet ist.) Sondern eine Auszeichnung, mit der ich mich brüsten kann?

Naja. Das war anfangs mal so eine manische Schnapsidee von mir. Nein. Brüsten finde ich doof. Prahlen, herum protzen und aufschneiden – all das ist ne Schippe zu viel. Sich zeigen mit Stolz über das selbst Erreichte – ja gerne. Eine Auszeichnung ist meine Bipo also nicht. Aber eine Ausrüstung, oh ja.

Schon Winston Churchill, der auch bipolar war, wusste: „Erfolg ist die Fähigkeit, von einem Misserfolg zum anderen zu gehen, ohne seine Begeisterung zu verlieren.“



* Zurück zum CV. Jeder hat eigentlich zwei Curriculum Vitae... hier meine.

Mein „schöner“ CV:
am 14. Mai 1971 als Nathalie Wiegand in Kronberg im Taunus geboren / 1989 Fachhochschulreife (NC 1,5) und Studienbeginn an der Fachhochschule Darmstadt, Fachbereich Gestaltung / 1996 Diplom Kommunikationsdesign / 1997 – 1999 Festanstellung Lürzer’s Archiv Frankfurt am Main / 1999 – 2013 Festanstellung Ruschke und Partner, Agentur für Kommunikation, Oberursel am Taunus mit Schwerpunkt Editorial Design / 2014 Weiterbildung Mediendesign / 2015 – 2016 Ausbildung zur integralen Lebensberaterin / 2017 Creativ- und Art-Direktorin und stellvertretende Chefredakteurin bei MILES! Magazin für seelische Gesundheit / in zweiter Ehe glücklich verheiratet seit 2004

Mein abgefuckter CV (of failure):
am 14. Mai 1971 als Nathalie Wiegand in Kronberg im Taunus geboren / kein Abitur / 1998 direkte Aufnahme an der FH nur durch Sonderregelung / 1993 vom Diplom Kommunikationsdesign nach Regelstudienzeit von 9 Semestern wieder abgemeldet und erste Depression / 1994 Erste Manie und erster Aufenthalt in der Psychiatrie (gefolgt von drei weiteren bis 2016) / 1995 erneute An- und Abmeldung zum/vom Diplom / 1994 – 1997 Idiotenjob bei LH Airplus (Kreditkartenanträge einscannen) / 1997 – 2001 letztlich nicht geglückter erster Ehe-Versuch / 1999 aus Geldgier eine andere spannende und zukunftsträchtige Stelle abgelehnt  und statt dessen vierzehn Jahre lang relativ ungefördert, eher ausgebremst versauert im selben Job / seit 2013 arbeitslos / 2015/16 Selbstständigkeit an- und wieder abgemeldet / Hoteljob aufgegeben / seit 2016 Frührentnerin. Übrigens mit 60 kg mehr Körpergewicht als 1994…



Und dennoch bzw. genau wegen aller Seiten meines Lebens bin ich eine glückliche, gesegnete und geliebte Frau, Gattin, Freundin, Muse, Künstlerin, Autorin, Texterin, Redakteurin, Bloggerin, Lehrerin (z.B. Tanz), Diplom-Kommunikations-Designerin, manchmal Lebens- und Überlebenshelferin, Sängerin (FLAMENCO, Gospel, Rock & Pop Mundart, Chanson, Swing, …), Tänzerin (FLAMENCO, Afro, Tap, Ballett, Modern, Zumba, Latin,…), Regisseurin, Comedienne, Handpuppenspielerin, Kinderbetreuerin, Erfinderin, Vortragsrednerin, Hobby-Sportlerin, Menschenlehrerin, Hundefrauchen,…

Jüngst hatte mich mal wieder die Depression, so konnte ich mit mir und dem Leben nichts anfangen.
Heute reise ich und genieße fruchtbare co-kreative Prozesse mit anderen Menschen. Meine Talente sind gefragt, ich bin öfter Vorbild, ernte Früchte meiner Ausbildung und zeige mich mehr und mehr. Vieles, was ich heute genieße, gäbe es nicht in meinem Leben, wäre ich vor vier Jahren nicht so abgestürzt und seither wiederholt durch den Schlamm gewatet.

Gerade ist (m)ein Magazin in die Druckerei gegangen. Es musste auch pausieren. Der Chefredakteur kennt das Thema, um das es in diesem Post geht... Und große Teile des Magazins auch. Es geschieht also gerade eine mehrfache Wiederauferstehung und MILES! startet mit mir, mit uns – wieder durch. Wie Phönix aus der Asche. Für 10% des Inhaltes und 98% der Gestaltung bin ich verantwortlich. In Kürze halte ich es in den Händen!

Let’s fly!

 

DU WILLST DIE MILES MAL SEHEN/LESEN? Als Jahresabo(4x) oder Einzelfeft HIER!

 

 

 


ADIEU!

 

ADIEU, meine liebe bipolare Störung.

 

Ich entlasse dich. Du darfst gehen.

Ich vertraue Dir. Dass Du nur wiederkommst, wenn es Sinn macht.

Dann soll es so sein und ich werde Dich erneut überstehen.

Stehen bleiben. Nicht fallen. Oder wieder aufstehn. (Mich) nicht stürzen!

Wenn Du wieder kommst, werde ich erneut an Dir wachsen, durch Dich lernen.

 

Doch heute entlasse ich Dich.

In Demut und Dankbarkeit. Ohne Bedauern oder Groll.

Auch ohne Sehnsucht, Bedauern oder Sentimentalität.

 

Ich will jetzt einfach ohne Dich gehen. Ich traue es mir zu. Freue mich darauf.

 

Also, soweit es nach mir geht: Ich spinne nicht mehr.

Naja. Nochmal. Streich das "nicht". Ich spinne kaum noch. Oder nur noch wenig.

Eigentlich: Ich spinne so viel ich will INNERHALB MEINES GRÜNEN BEREICHS.

Und der ist weit. Weit, weit!

Hat alle Farben. Den ganzen Regenbogen. Und mehr.

Vielleicht sogar mal einen ganz normal-neurotischen menschlichen kurzen Suizidgedanken.

Aber nichts Lebensgefährliches mehr. Darum sage ich auch:

 

ADIEU Lebensangst. ADIEU Lebensmüdigkeit. ADIEU Selbstgeisselung. ADIEU Todessehnsucht.

Lieber Tod, ja, ich darf mich auf Dich freuen. Tu ich. Und fürchte Dich. "Normal..."  ;)

 

Aber erstmal lebe ich. Und zwar volle Kanne. Ja, volle Kanne.

 

Liebes Leben, hier bin ich! Nimm mich! Nimm mich ganz! Ich bin Dein.

Ich kann alles sein. Ja, auch ohne tödliche Spitzen.

Ich wähle die Ruhe. Die Ruhe im Sturm.

Ich wähle die Nüchternheit. UND die Passion.

Das Laute UND das Leise. Und alles dazwischen.

Sowohl als auch.

UND.

 

Das Heile. Das Gesunde. Die Liebe. Die Welt.

Ersetze oder ergänze das Schroffe durch das Weiche.

Spitz UND rund? Ergibt rundspitz. Spitzrund. Ritz und Spund.

Ich wähle das Lachen, die Komik, den Spaß.

 

Wie schön ist das?

 

Danke. Danke. Danke.

 

PS ... war das jetzt wieder ein Brief? Oder ein Songtext?

Oh ja, ich wünsche mir einen Song.

Bücher weitere.

Einen Film auch endlich.

Und Musik, ja Musik. Einen Song. Ich kümmere mich darum.

 

PPS Ich bin gerade im Briefe-Schreibfieber. 4 weitere Briefe sind gerade im COMPASSIONER erschienen. In Folge 4 meines bipolaren Tagebuchs: https://compassioner.com/allgemein/nathalie-spinnt-nicht-mehr/

 

 

 


Von mir (gesund) an mich (krank)

Meine Phasen haben mir bereits Briefe geschrieben. (zu finden im Downloadbereich)

 

Nun ist es an mir, mir selbst in meinen Extremformen zu schreiben – prophylaktisch und hauptsächlich um mir selbst das Leben zu retten.

 

Es folgt also eine Nachricht von mir – aus dem grünen Bereich an die extremen Versionen von mir:

 

 

 

 

 

So. Liebe manische oder hypomanische oder mit der Manie flirtende Nathalie!
An dich wende ich mich zuerst, denn gerade warst du kurz da. Diesmal und hoffentlich/wahrscheinlich auch in Zukunft nur kurz oder sogar überhaupt nicht mehr…

Ich bin nämlich hinter zweierlei gekommen: endlich weiß ich – erstens, wie ich dich wieder los werde und zweitens, dass ich all das Begrüßenswerte, das du zweifelsohne mitbringst, problemlos in meine Normalität integrieren und dort genießen kann. Besser noch ohne Dich als mit dir – denn du lässt mich ja nicht verschnaufen und neue Kräfte sammeln die ich doch erst recht brauche, wenn das kreative Feuerwerk in meinem Kopf zündet. Erst recht brauche ich dann Kraft und Ruhe, um es von dort in die Wirklichkeit zu bringen.

Sicherheitshalber hat mir mein schlauer Körper gerade noch eine Erkältung hinterher geschickt, um mich weiterhin und nachhaltig zu erden und etwas zu bremsen. Dabei geht es nicht ums ausbremsen, sondern nur ums verlangsamen und sortieren, so dass meine menschlichen Kräfte auch sicher für alles reichen. Und ich verstehbar und erreichbar bleibe für meine Umwelt.

Wunderschön und angenehm sind Antrieb und Kreativität, oh ja. Und die Früchte lassen sich am besten ernten mit einem klaren Kopf. Wenn sich die Einfälle und Ereignisse überschlagen, dann helfen Listen und ein Schritt nach dem anderen – beziehungsweise immer nur eines auf einmal.

 

Schlaf! Schlaf schön, schlaf viel, regelmäßig und fest. Mache Pausen, gehe raus, bewege dich und nimm notfalls eine Zusatzpille, das ist nicht schlimm.


Nun zu Dir, liebe depressive Nathalie.
An Dich wende ich mich zunächst mit einem großen Lob für deine Leidensfähigkeit und Tapferkeit. Bleib tapfer, hab keine Angst. Oder stell Dich Deiner Angst, denn dann nimmst du ihr den Wind aus den Segeln. Wer einen krankhaft depressiven Zustand noch nicht erlebt hat, kann nicht ermessen, wie uferlos kräftezehrend es ist, sich mit solch etwas an der Backe dem Alltag zu stellen.

Sei geduldig, verlange nicht zu viel von dir, du bist in diesem Zustand einfach langsamer und gehemmt in allem. Jüngst hast du bewiesen, wie gut du eine Balance finden kannst, zwischen Rückzug und raus gehen, Dich trotzdem in Gesellschaft begeben. Rückzug: Nimm dir spannende Schmöker ohne großen Anspruch und Filmserien-Staffeln und konsumiere sie exzessiv, um dich abzulenken und zu betäuben – das ist legitim und nicht ungesund für deinen Körper. Und auf der Couch bist Du sicherer als auf dem Balkon. Apropos Körper: bewege dich so viel wie möglich, Sport lindert dein Leid und gibt dir etwas, bei dem du stolz sein kannst auf dich. Gesellschaft: Dann und wann hilft es, dich zu zwingen, raus zu gehen und andere Menschen zu treffen. Frage dich dabei: Was würdest du normalerweise wollen, wenn du gesund wärest? Wie würdest du dann handeln? Wenn es noch irgendwie geht, dann tue einfach so als ob, manchmal verschwimmen im Verlauf des Tages schließlich die Grenzen zwischen Deinem Schauspiel und Wirklichkeit. Lass dich davon nicht verwirren – es gibt viele Schattierungen von Grau, und die können sich beliebig abwechseln. Sei vorläufig beziehungsweise vorübergehend mit einem hellen Grau oder einem leichten Grüngrau zufrieden, denn das sind sowohl Erinnerungen an als auch Vorboten für dein gesundes sattes Grün.

Es geht vorbei, das weißt du. Es ging schon so oft vorbei. Und das wird es auch immer. Mit jedem weiteren Mal bist du erfahrener und die Wahrscheinlichkeit dass deine Depressionen immer milder und kürzer ausfallen, ist groß!


Und nun noch ein ernstes Wort zu deiner suizidalen Persönlichkeit:
Du lebensmüde Nathalie bist nicht echt! Du bist nicht Nathalie!
Nathalie (ab 3/4 und drüber) liebt das Leben und ist bestens dafür ausgerüstet, sowohl innen als auch außen! Deine suizidalen Gedanken sind das Ergebnis der verrutschten Biochemie in deinem Gehirn!! Schau auf deinen linken Daumen: Dein Semikolon-Tattoo trägst du nicht umsonst – damit willst du dich immer daran erinnern, dass du dir versprochen hast, deinem Leben KEIN Ende zu setzen. Erstens bist du nicht alleine und zweitens wäre es kein Ende, das weißt du. Halte dich fern von Höhen und sprich mit deinen Lieben. Auch gegen tiefe suizidale Depressionen gibt es Pillen.

Ich erinnere mich gut an jeden einzelnen meiner vielen schmerzhaften suizidalen Momente und bin heilfroh, dass ich noch hier bin. Ich habe noch so viel vor, selbst älter werden wird interessant… Du hast es schon so oft geschafft, Du wirst es immer schaffen! Ich liebe Dich.


_____

 

BIPOLAR MUSE GOES INTERNATIONAL – letters in English:

Message from me (inside of the green area) to the extreme versions of me.

So, beloved manic or hypomaniac or with mania flirting Nathalie!
I turn to you first, because you just were here for a while. This time and hopefully / probably also in the future only bfor a short period or even not at all ...

I have realized two things: finally I know, firstly, how to get rid of you and secondly that I can integrate all the salutary values, which you undoubtedly bring with you without problems into my normality and enjoy life there. Better than with you – because you will not let me breathe and gather new forces that I need even more, when the creative fireworks in my head ignites. I need strength and calm to bring it into reality from there.

For security reasons, my clever body has just sent me a cold to continue earthing me slowing me down. It is not about stopping me rudely, but giving me time to slow down and get sorted, so that my human powers will be enough. And I remain understandable and accessible to my environment.

How wonderful and pleasant are drive and creativity, oh yes. And the fruits are best reaped with a clear head. If the incidents and events overlap, then lists and step by step can help – or doing only one thing at a time. Sleep well, sleep a lot, regularly and firmly. Make breaks, go out, move and take an additional pill, if necessary, that is not so bad.


Now to you, dear depressed Nathalie.
I turn to you with great praise for your suffering and bravery. Stay brave, do not be afraid. Or face your fear, then it might dissapear. If you have not yet experienced a morbidly depressed condition, you can not measure how inexhaustibly powerful it is to face the daily life in this condition.

Be patient, do not ask too much of yourself, you are simply slower and restrained in everything. Recently, you proved how well you can find a balance between retreat and society. Retreat: Take books and film series relays and consume them excessively to distract you and stun you – this is legitimate and not unhealthy for your body. Speaking of body: move as much as you can, sport alleviates your suffering and gives you something where you can be proud of yourself. Society: Now and then it helps to force you to go out and meet other people. Ask yourself: What would you normally want if you were healthy? How would you act? Do just as if, sometimes the boundaries between your acting and reality are blurred in the course of the day. Do not be confused by it – there are many shades of gray, and they can alternate. Be ttemporarily satisfied with a light gray or a light greyish green, as these are both memories and precursors for your healthy plain green.

It passes, you know. It always did. Always will. With each time you are more experienced and it is very possible, that your depression will become milder and shorter more and more!


And now a serious word to your suicidal personality:
You, the tired-of-life-Nathalie are not real! You're not Nathalie!
Nathalie loves life and is best equipped for it – inside and outside! Your suicidal thoughts are the result of shifted biochemistry in your brain !! You wear your semicolon tattoo for a reason – you always want to remember that you promised to yourself not to end your life. First, you're not alone, and secondly, there's no end, you know that. Keep away from hights and talk to your loved ones. There are also pills for deep suicidal depression.

I remember well every single one of my suicidal moments and I am so glad that I am still here. I still have so much to do, even growing older will be interesting for me ... You've made it so many times, you'll always make it! I love you.

 

 

 


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Innerhalb der weißen Linie... zur Zeit 7 bis 8

 

Im COMPASSIONER ist NATHALIE SPINNT, Folge 3 erschienen.

 

Darin erkläre ich u.a. was es mit meiner persönlichen BIPOSKALA auf sich hat und erzähle von meinem neuen Job bei MILES! Das Magazin für seelische Gesundheit und Emotion wo ich nun als Grafikerin und stellvertretende Chefredakteurin arbeite...

 

...und von meiner wunderbaren PSY-K (R) Therapie bei IRIS KORKUS – es geht mir so viel besser!!

 

Chris Cornell hat sich nicht umgebracht. Es war seine Krankheit, seine Hirnchemie!

www.juliefast.com – BIPOLAR SPECIALIST
www.juliefast.com – BIPOLAR SPECIALIST

Von Julie A. Fast, Übersetzung: Nathalie Karg aka DIE BIPOLARE MUSE

 

(Neulich Amy und Isadora. Nun Chris. Hier ein Artikel, der einiges erklärt...)


Manchmal sterben Menschen durch Selbstmord und wir können ein wenig einen Sinn darin erkennen. Es ist beängstigend und beunruhigt uns und unser Weltbild, aber in der Tiefe denken wir, dass wir es verstehen. Robin William's Selbstmord kommt mir in den Sinn. Er hatte eine lange Geschichte mit Depressionen und verlor seine Gesundheit. Oh, wie wir alle wünschten, er hätte mehr oder früher Hilfe finden können, aber ich glaube nicht, dass sein Tod so überraschend kam, so verheerend und traurig es auch war für die Millionen, die ihn liebten.

Dann gibt es Selbstmorde, die überhaupt keinen Sinn machen. Das Verhalten der Kandidaten passt nicht dazu, weder wie wir das persönliche Leben des Einzelnen sehen noch, wie sie ihr Leben in der Öffentlichkeit beschreiben. Die Partner und Angehörigen sind in der Regel schockiert und bestreiten in der Regel heftig, dass die Person selbstmörderisch handelte. In der Gesellschaft wird gern etwas tiefer gesucht, wenn es heißt, dass die Person nicht äußerlich selbstmörderisch war. Vielleicht gab es ein geheimes Leben oder die Person hatte alle angelogen.

Ich habe eine andere Meinung, die ich gerne teilen möchte. Sie basiert auf meiner sehr persönlichen Erfahrung.

Es gibt viele Arten von Selbstmorden. Einige sind gesellschaftlich oder kulturell begründet und akzeptiert wie beispielsweise Seppuku, ein Teil des japanischen Samurai Bushido Codes der Ehre. Für einige ist Selbstmord ein Akt der Einsamkeit und Verzweiflung und stimmt mit dem, was tatsächlich im Leben passiert überein. Das ist Selbstmord als Reaktion auf Lebensereignisse.

Dann gibt es Selbstmord eines kranken Gehirns. Ich nenne ihn hirnchemischen Selbstmord. Er betrifft oft Leute, die alles haben. Die ihre Arbeit erledigen und ihr Leben mit der Öffentlichkeit teilen. Leute wie CHRIS CORNELL.

Wie können sich Menschen, die scheinbar alles haben, das Leben nehmen?

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir den Selbstmord als Symptom einer Krankheit wie auch ein Symptom, das schnell ausgelöst werden kann, besser verstehen. Anstatt an Selbstmord als eine bewusste Wahl zu denken, die passiert, wenn jemand nicht mehr leben will, müssen wir die andere Seite des Selbstmords sehen. Diese Art des selbstmörderischen Lebens erlebe ich.

 

(ich auch. Anmerkung der BIPOLAREN MUSE, zuständig für die Übersetzung)

Sie können sich ganz einfach online über mich, Julie, informieren. Ich bin mit über 450.000 verkauften Büchern einer der Top Bipolar-Disorder-Schriftsteller der Welt. Ich unterrichte den Umgang mit der bipolaren Störung. Über meine täglichen Kämpfe mit dieser Krankheit berichte ich unglaublich offen. In jedem Fall habe ich meine tägliche Routine, mit dieser Krankheit umzugehen perfektioniert. Meine Beziehungen sind stabil. Ich lehre die Leute um mich herum, wie sie mir helfen können. Trotz vieler körperlich-gesundheitlicher Hindernisse stehe ich mitten im Leben. Ich helfe anderen mit Suizidgedanken. Ich weiß, was meinen Selbstmord für eine Wirkung auf meine Familie und Leser haben würde. Man könnte denken, dass all dies mich immun gegen suizidale Episoden machen würde.

Tut es nicht.

Im vergangenen Jahr bin ich nach Südfrankreich gezogen, das war mein Traum. Ich habe es wirklich getan! Ich bemühte mich mein Arbeits- und Schulleben auszugleichen. Es ging gut. Eines Tages saß ich in meinem Zimmer in Cannes. Ich konnte die Wellen des Mittelmeers vor meinem Fenster hören. Ich blickte auf wunderschöne orange und gelbe Gebäude mit Tonziegeln. An meinem Fenster lauschte ich dem Geräusch von Zügen, die aus Paris eintrafen. Es war wie im Himmel. Während einiger Tage war ich ein bisschen depressiv, ging aber davon aus, daß das von der großen Veränderung in meinem Leben herrührte. Insgesamt wusste ich, dass ich die richtige Entscheidung getroffen hatte.

Doch dann hörte ich eine übertriebene Stimme sagen: „Julie, springe aus dem Fenster. Springe jetzt raus.“ Im selben Augenblick hatte ich ein intensives Gefühl und den Glauben, dass alles in meinem Leben besser wäre, wenn ich mich selbst nur umgebrächte. Es fühlte sich so real und normal an wie ein Impuls, zum Strand zu gehen. Es gab absolut nichts Persönliches in meinem Leben, was diese Art von Gefühl rechtfertigte. Mein Leben betrachtend, machte es keinen Sinn, dass ich suizidal war.

Doch da ist etwas in meinem Gehirn, das diese Situation hervorruft. Meine Stimmungsstörung geht einher mit selbstmörderischer Depression. Das wird einfach so ausgelöst. Ich muss nicht mal niedergeschlagen oder verärgert sein. Es passiert einfach. Es fühlt sich so echt wie atmen. Ich höre die Stimme, habe den Gedanken und sehe mich vor meinem inneren Auge springen. Und etwas in mir schreit: „Tu es Julie! TU es!“

Es ist viszeral. Es ist magnetisch, hypnotisch und echt. Gehirn-Chemikalien sind viel mächtiger als jede Droge und wenn meine ausgeschüttet werden, werde ich selbstmörderisch. Ich war schon oft nah dran zu sterben. Vor 20 Jahren erschuf ich mir einen Notfall-Plan, der mir ermöglicht, diese chemische Episode zu durchschauen und ich bekomme Hilfe. Nicht jeder hat einen Plan, um chemischen Selbstmordgedanken entgegenzuwirken.

Wenn du keinen Plan hast, der dir bei diesen plötzlichen und unerklärlichen Selbstmordgedanken hilft, kann der daraus resultierende Selbstmord niemals durch das, was in deinem Leben vor sich geht, erklärt werden. Es sind die Chemikalien, die in diesen Situationen gewinnen. Die Krankheit gewinnt.

 

Es geht nicht darum, uns selbst zu töten. Es geht um eine Krankheit, die uns umbringt.
Das ist eine andere Art von Selbstmord.

Wenn du mein Leben ansiehst, bin ich kein wahrscheinlicher Selbstmordkandidat. Aber ich bin sehr wohl ein Selbstmordkandidat, wenn du meine Krankheit ansiehst. Im vergangenen Jahr geschah nichts, das in irgendeiner Weise den Gedanken erklärt, aus meinem Fenster zu springen, nichts außer meine Krankheit.

Ich erinnere mich daran, wie ich alleine da saß, nachdem ich den Gedanken hatte, aus meinem Fenster zu springen. Ich begann zu weinen und sagte zu mir: „Oh mein Gott. Ich bin viel kränker, als ich dachte.“ Es dauerte ein paar Tage, um herauszufinden, dass ich eine chemische Hirnreaktion auf eine neue Schlafmedikation hatte. Ich stellte die Medikamenteneinnahme ein und binnen zwei Tagen waren die Selbstmordgedanken völlig verschwunden. Ich war für eine Woche sehr suizidal gewesen und hätte leicht in einer der glücklichsten Zeiten meines Lebens gestorben sein können.

Chris Cornell sprach offen über Depressionen. Es ist eine Krankheit, die nie wirklich weggeht. Wir können dennoch funktionieren. Kinder haben, Bücher und Lieder schreiben und Millionen mit unserer Arbeit glücklich machen, aber die Depression bleibt für einige von uns immer präsent.

Wir verstehen so viel über Diabetes und Herzprobleme und einige Krebsarten. Warum können wir Depressionen nicht ebenso verstehen?

Sie können über Chris Cornell lesen und sich fragen: „Wie konnte jemand, glücklich verheiratet und mit drei schönen Kindern gesegnet, der in einer der größten Bands der Welt spielt, die gerade eine unglaublich erfolgreiche Live-Show beendet hat, in sein Zimmer gehen und sich selbst umbringen?“

Wenn er so ein Gehirn hat wie ich, hat er eine Krankheit und in seinem Gehirn wurde etwas ausgelöst, was zu einer suizidalen Episode führte. Vielleicht hatte es nichts mit seinem erstaunlichen Leben zu tun. Manchmal ist eine Krankheit einfach stärker als die Person. Manchmal veranstalten Medikamente Chaos mit unserer sensiblen Hirnchemie.

Manchmal ist die Krankheit zu stark und tötet jemanden, so als ob diese Person an einem Herzinfarkt gestorben wäre.

Ich kannte Chris Cornell nicht, aber ich weiß, warum sich manche Leute, die alles zu haben scheinen, das Leben nehmen. Ich habe keine Ahnung, was in seinen Beziehungen los war, aber ich weiß, was in seinem Gehirn los war.

Ich bin oft überwältigt vom Nebel und der Unwissenheit rund um das Thema Selbstmord. Die gedämpften Töne und die Schande sind fehl am Platz. Wenn wir das Selbstmordverhalten als körperliche Krankheit verstehen und behandeln, dann werden wir unsere Selbstmord-Epidemie wirklich beenden.

Wenn wir offen über die chemische Seite der Selbstmordgedanken sprechen, lehren wir die Menschen im tiefsten Moment ihrer Selbstmordgedanken zurückzukehren, so als hätten sie die Zeichen eines Schlaganfalls verstanden und sagten sich: „Warte! Das bin nicht ich und es ist nicht was ich will. Ich brauche sofort Hilfe.“

Ich hörte nicht auf die Stimme, die mir sagte, ich solle aus dem Fenster springen, nicht weil ich stärker bin als andere. Ich habe nicht mehr Kraft als jeder andere. Ich hörte nicht auf diese Stimme, weil ich gerlernt hatte, dass dies geschieht, wenn mein deprimiertes bipolares Gehirn krank wird. Wir können anderen beibringen, dasselbe zu tun.

Chris Cornell, Du wirst immer in meinem Gedächtnis sein. Du kamst auf dieBühne in schwarzen Lederhosen, mit einem weißen Hemd und einer Kamelfarbigen Jacke. Du schlugst ein wie eine Bombe! Als Du anfingst, zu singen, schwebten mein Bruder und ich in eine andere Welt. Du wirst geliebt.

Julie A. Fast ist eine führende Spezialistin für die bipolare Störung und eine von Kritikern gefeierte nationale Sprecherin, Familiencoach und begehrte Medienquelle. Sie bloggt auf www.juliefast.com und ist Coautor von „Loving Someone With Bipolar“. http://www.juliefast.com/

Bipolar? Der Selbsttest...

Besiegte Kämpferinnen?

 

Oh Mann. Bzw. Oh Ladies!

Es lässt mich nicht kalt. Ein kranker Teil in mir fühlt sogar so etwas wie Neid/Sehnsucht. Insgesamt bin ich jedoch bestürzt und betrübt. Zwei junge, engagierte Frauen mit psychischen Krankheiten, die suizidale Depressionen beinhalten, haben ihr Leben beendet.

 

PSALM ISADORA (rechts) war bipolar, verrät ein Angehöriger posthum in einem Facebook-Video. Sie selbst sprach einmal in einem Video über Suizid als vermeidbar – sie wirkte erfolgrREICH als Coach, Heilerin, Lehrerin, Yogini, Tantrikerin, gerade einmal 42, überirdisch schön, wohl auch von innen, eine sinnliche Muse, die viele Menschen berührte und beschenkte...

 

AMY BLEUEL (links) erfand 2013 das weltweit erfolgreiche und so so vielen Menschen Hoffnung/Lebensmut spendende PROJECT SEMICOLON, auch um ihre eigenen Depressionen und ihr Trauma ob des Suizids ihres Vaters zu besiegen... Auch mich hat sie inspiriert. So erinnert mich mein Semikolon-Tatto am linken Daumen daran, dass ich mir in gesunden Zeiten versprochen habe, durchzuhalten!

 

Was mich so bestürzt: Hier ist es wieder – das sich selbst nicht helfen können WIDER BESSERES WISSEN. Sogar Schönheit, Jugend, Erfolg, Reichtum, Beliebtheit, andere Menschen (Psalm hinterlässt einen erwachsenen Sohn, Amy einen geliebten Ehemann und Hunde), Spiritualität & Glaube konnten diese beiden bedauerlichen Suizide Ende März nicht verhindern... puuuh... bless them. Bless their souls. Und Dankbarkeit für ihre Vermächtnisse, die sie zu ihren Lebzeiten geschaffen haben.

 

Schwestern, ich kämpfe weiter! With you in mind!

In Liebe.

 

 

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Wer konnte es ahnen?

 

Unbeschrieben

Unschuldig

und lebensfroh

kommen wir auf die Welt.

 

Hatte ich die bipolare Störung

schon damals mit im Gepäck?

 

Das dieses Wesen

später einmal

lebensmüde

oder übergeschnappt

sein könnte –

wer hätte das

damals (links) gedacht?

 

Und auch

fast zwanzig Jahre später (rechts)

noch nicht.

Doch bald darauf...


Selbsthilfe, Öffentlichkeitsarbeit, Aufklärung, Buddies, Magazine, Festival, Radio

2017 gilt's. Die bipolare Muse geht raus!

SCHREIBT. Und TRIFFT ANDERE...

 

Es fing an mit Anita Maas vom MAAS-MAGAZIN (Impulse für ein erfülltes Leben). Ich traf sie im Dezember beim Human Rising in Berlin und nahm ihre Magazine aus dem Jahr 2016 mit. In einem fand ich eine Anzeige von MILES*

 

Auf dem Foto in Reihenfolge (und dabei wird es nicht bleiben...):

 

- Thomas Rettig von RADIO DEPRESSIONE

> Wir planen ein Festival im Juni: Das CONCORDIA

 

- Laura Adrian von VERRÜCKT- EBEN ANDERS 

(Mitte mit Thomas. Wir haben uns neulich so gut unterhalten, dass ich promt unser Selfie vergaß...)

 

- Marcus Jäck von *MILES

> Wir planen eine Foto-Wanderausstellung

# Wir sind viele

 

 

Uns "glorreiche 4" verbinden die geplanten Projekte, das Leben mit einer psychiatrischen Diagnose und das Glück, Hundeherrchen/frauchen zu sein...

 

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Tagebuch der bipolaren Muse, Teil 2: Herausforderungen und Geschenke

„Take you broken heart and make it into art“.

 

Dieser wunderbare Ausspruch stammt von Carrie Fisher. Weltruhm erlangte sie mit ihrer Rolle als Starwars-Prinzessin Leia. Als sie kürzlich verstarb, verhalf sie, ganz „Mental Health Advocate“, ihrer Krankheit, der bipolaren Störung, ein letztes Mal in die Schlagzeilen. Gut so, denn öffentliche Bekanntheit hilft Ängste vor psychischen Erkrankungen und Stigmatisierung der Betroffenen abzubauen – und genau das will ich auch mit meinem Tagebuch.

 

Für dieses Jahr habe ich mir drei wesentliche Ziele vorgenommen – wie ich SEIN und mich FÜHLEN will: HEITER-GESELLIG-AUSBALANCIERT.

 

 

 

Heiter: Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Schön, wenn das gelingt. Notfalls retten wir Menschen in Nöten uns auch durch bzw. in Galgenhumor, kennst Du das?

 

Gesellig: Gemeinsam sind wir stark. Noch ein Sprichwort. Mit (Hinter-)Grund. Da ich nicht Einzelkämpferin bleiben möchte, habe ich bereits angefangen, mich mit anderen engagierten Menschen zusammen zu tun. Darüber will ich in künftigen Folgen berichten.

 

Balance: Ein ausbalanciertes Leben oder zumindest so etwas in dieser Richtung ist das Ziel. Für mich auf jeden Fall und immer wieder aufs Neue, auch für Dich?

 

Für die zahlreichen positiven Reaktionen und Anregungen auf meine letzte Tagebuchveröffentlichung möchte ich mich herzlich bedanken und fühle mich animiert, dir gleich zu Beginn zwei Fragen zu stellen:

  • Wusstest du auch schon vor meinem Aufklärungsprojekt, was eine bipolare Störung ist?
  • Hast oder hattest du selbst gar in deinem Umfeld schon unmittelbar damit zu tun?

Übrigens: Wenn du dich fragst, ob du vielleicht selbst betroffen bist, kannst du online einen anonymen Selbsttest machen.

 

Eine Bitte habe ich: teile diese Artikelserie, denn es gibt noch zu viele Menschen, Betroffene und Angehörige, die es mit dieser Krankheit zu tun haben, die zusätzlich unter Nichtwissen, Scham und Isolation leiden. Das möchte ich auflösen. (...)

Die Geschichte mit dem Kaktus

Ein kleiner Ausschnitt aus meiner Aufklärungs-Serie für das Online-Magazin-COMPASSIONER:

 

Und egal, was ich lerne, weiß, übe, denke, glaube – die Chose ist biochemisch. In meinem Gehirn. Da gibt es den point of no return, dann kann ich mir selbst nicht mehr helfen. Grausame Ohnmacht. Dann hat es mich am Wickel. Es lässt mich sterben wollen oder glauben, ich sei steinreich oder die Auserwählte.

Genau darum und weil laut mancher Statistiken 20% Prozent frühzeitig daran sterben (durch Suizid), werden bipolare Störungen als schwerwiegende Krankheit eingestuft, genau darum habe ich einen Ausweis, auf dem 60% schwerbehindert steht und darum bin ich mit meinen zarten 45 Lenzen just Frührentnerin geworden. Ob ich das bleibe, entscheide ich spätestens in zwei Jahren neu und das ist auch ein Artikel für sich.

Warum ich mich insgesamt dennoch als Glückskind empfinde, worin für mich trotz all des Mistes das Geschenk meiner Krankheit besteht und wie ich mit meiner Herausforderung lebe, darüber mehr in der nächsten Folge von „Nathalie spinnt“.

 

Mit Humor geht alles leichter

Foto: Holger Karg
Foto: Holger Karg

Ich liebe es, zu schreiben.

Ich liebe es, für und über Menschen zu schreiben.

Fragen zu stellen, diggin for gold.

Und meine gefundenen Nuggets dann Lesern zu präsentieren,

auf dass sie davon angeregt werden –

selbst GOLD zu sein, zu werden, zu finden...

 

Das ist eine Art meiner Musenküsse.

 

Und über Dinge zu lachen, anstatt sie zu bejammern.

 

Was ich mit meiner chronischen Psycho-Störung versuche, gelingt meiner Lieblingsmuse Sissi Perlinger beispielsweise mit dem Thema ALTERN. Und jüngst durfte ich sie in ihrem fantastischen Programm "ICH BLEIB DANN MAL JUNG" bewundern als auch anschließend interviewen.

 

Das (gekürzte) Ergebnis ist erschienen im COMPASSIONER. DEM ONLINE-MAGAZIN FÜR DAS WAHRE, SCHÖNE und GUTE.

 

 

Hier noch ein paar herausgekürzte Passagen, die es nicht ins Online Magazin geschafft haben:

An beiden Orten (Ibiza + Goa) lebt sie sehr bescheiden und trifft gerne moderne Hippies aus aller Welt (O-Ton Sissi aus ihrer englischen Show: „Courageous curious members of the tribe of many colours, global gypsies and system escapers who fly under the radar“). Mit denen wird am Strand musiziert und getanzt. Einfach nur in der Sonne zu liegen oder baden zu gehen ist nichts für das wasserscheue Energiebündel – die Multibegabte hat andere Prioritäten.

Während ich dies schreibe, sitzt sie quasi schon auf einem gepackten Koffer, Goa ruft! Ja, ein Koffer reicht ihr. Plus Gitarre. Der Gitarrentasche hat die Kostümbildnerin Sissi, die alle ihre opulenten Bühnenoutfits selbst entwirft ein Gesicht verpasst und dem Instrument darin den Namen „Sassi“ gegeben. Ihr Schlagzeug heißt Susi und tatsächlich musizieren Sissi, Sassi und Susi auch gemeinsam. Sissi singt, spielt Gitarre und mit den Füßen Base Drum und Hi-Hat gleichzeitig!

 

Keine meiner noch so passionierten, detailgetreuen Beschreibungen könnte je auch nur ansatzweise dem Feuerwerk gerecht werden, welches Sissi allabendlich auf der Bühne zündet – daher empfehle ich dringend den Besuch einer Live-Show, das aktuelle Programm spielt sie bestimmt noch bis 2019.
 
Ein kurzer Ausschnitt: „Wir reifen dahin wie eine Frucht, die immer süßer wird, dann müssen wir gucken dass wir weich fallen, das kann man üben wie beim Judo. Altern ist heute quasi zu einer Kunstform geworden. Wer sein Traumziel klar vor Augen hat schafft es auch in den Sonnenweg in Glückshausen an der Juchei.
Verjüngende Maßnahmen – ganz ohne Chirurgie:
- das Glück wohnt in der Dankbarkeit
- körperlich fit bleiben, tanzen oder was immer Spaß macht.
- immer (wieder) versuchen, den Humor zu finden.
- jede Krise als Lehrmeister begreifen
- stets etwas Neues dazu lernen“

Liebe Sissi, vielen Dank, dass Du Dir spontan Zeit für uns nimmst. Vielleicht willst Du erst essen?
 Passt schon. Ich kann essen und reden gleichzeitig. Ich liebe Interviews.
 
Ich sehe gerade, wie schwer beladen Du hier Platz nimmst. Hast du einen persönlichen Assistenten/eine persönliche Assistentin?
 Ich habe eine tolle Sekretärin und Buchhalterin, die ganz viel erledigt und sich kümmert, ich habe eine Agentin, die sich um meine berufliches Fortkommen kümmert, eine Pressefrau, einen Techniker, der mit mir auf Tour geht und meinen Süßen (der mit dem Techniker schweigend dabei sitzt, die Herren genießen den Fisch.) Der kümmert sich um Kostüme, Bühnen Requisiten und macht die Tour-Begleitung und auch alle sonstigen organisatorischen Fragen meines Lebens.

Was fällt Dir ein zu "Frausein."
Als ich kapiert hatte, dass ich in dieser Inkarnation eine Frau geworden bin, war ich stinksauer, inzwischen habe ich mich ein bisschen damit angefreundet. Frau sein kann nerven, allein schon dieser monatliche Zyklus durch den wir da geschickt werden und dann diese Verhüterei. Manchmal denke ich, ich bin wahrscheinlich ein schwuler Mann im Körper einer Frau. (Ihr Liebster schweigt mit Pokerface).

 

"Gesundheit.
"

(Klaut sich die bei den Männern die liegen gebliebenen Zuckerschoten von den Tellern). Mmmh! Mein Süßer und ich sind beide Vegetarier, wir essen ganz viel Obst und Gemüse... Ich lebe gerne und genussvoll gesund und verstehe nicht warum sich viele Comedians über Vegetarier lustig machen?!

Hast du eigentlich von all Deinen genialen stets von dir selbst gemachten Kostümen einen Favoriten? Also von allen, nicht nur den aktuellen?
Die Schlange aus der „Single-Dämmerung“ war ziemlich spektakulär, obwohl sie so böse war. Oder nee: ehrlich gesagt – „Kopf-Herz-Bauch-Muschi“ (Ja. Googelt es mal!) ist mein Lieblingskostüm, diese Nummer (auch aus der Show „Single-Dämmerung“) habe ich kürzlich für „Weiber Power“ (mit Lisa Fitz und Patrizia Moresco) auch noch mal rausgeholt.

 

...DANKE SISSI!


2018 Buchmesse Frankfurt: Nathalie Karg - BIPO

... ES DARF AUCH BUCHMESSE 2017 WERDEN, HAUPTSACHE BESTSELLER ;)

 

Nach dem nahezu unschlagbaren Erfolges meines ersten Buchs zum Thema

"Toll im Quadrat – bipolar überleben von A bis Z"

 machte ich ja ein zweites echtes A bis Z Büchlein. Dieses bekommst Du HIER ALS FREEBIE beim Bestellen meines Newsletters "MagicMuseNews"...

 

Nun schreibe ich an meinen Memoiren. Es soll ein "amtliches" dickes Buch werden.

 

ERNSTHAFT

WAHRHAFTIIG

KURZWEILIG

KOMISCH

 

Links mein aktueller vorläufiger Titelentwurf. Ihm zugrunde liegt meine "PHASENVASE" aus derm ersten Buch, bzw. der TollimQuadrat-Ausstellung dazu.

 

>>> Mehr zur Phasenvase im aktuellen Art-Blog-Post!

 

 

Hier mal eine kleine Textprobe aus jüngst aktuellem Anlass:

 

 

ICD zehn


"Ich habe eine Rose im Knopfloch und stehe an der Pfote mit einer interessanten Erkrankung nach ICD zehn", schreibt mir ein Freund, den ich schon seit Jahren "kenne."

"Wen wundert das?", sagt mein Mann, als ich ihm erzähle, dass wir wahrscheinlich unseren Freund im Club willkommen heißen können. Stimmt eigentlich… Wenn ich mich so rückerinnere… Warum war ich da nicht eher drauf gekommen? Ausgerechnet ich, die ich mich doch bestens auskenne. Ich bin eben nicht die einzige mit so einer exotischen Geschichte…

 

Am Ende ist es/bin ich doch gar nichts besonderes.

 

Aha. Wieder ein Messinstrument, an dem ich ersehen kann, wo ich gerade stehe. hätte ich noch vor drei Monaten mitten in meiner tiefen Depression davon erfahren, dass besagter Freund vielleicht meine Diagnose teilt, wäre ich tief bestürzt, traurig und voller Mitleid mit ihm gewesen. Jetzt gerade ist es höchstens Mitgefühl, dass ich spüre. Ist ja auch besser, als Mitleid.

 

Um ehrlich zu sein ist da aber auch ein kleines Glucksen des sich Freuens über den Kollegen im exquisiten Club… Und das bestätigt mir, was ich längst weiß und sanft bekämpfe: zur Zeit bin ich leicht drüber. Bekämpfen ist das falsche Wort. Ich passe auf. Ich halte die Zügel ganz fest, keinesfalls schleifen. Sie dürfen mir nicht entgleiten, ich bin in leichter Alarmbereitschaft.

 

Was sage ich meinem Freund wenn ich ihn besuche? Beglückwünsche ich ihn? Bedaure ich ihn? Kondoliere ich? Tröste ich ihn? Wiegele ich ab? Relativiere ich? Warne ich?

 

Wir werden uns in den Armen liegen, Bruder und Schwester, Das weiß ich. Wir werden uns näher sein, denn je zuvor.

 

 

 

 

(... und genauso war es...)

 


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Bipolar, schwerbehindert (60%) und frühberentet

Alles drei trifft zu auf mich.

Aber auch: Diplom-Kommunikations-Designerin, Buchautorin, Flamencotänzerin und-Sängerin, Bühnenregisseurin, Wort-Jongleuse, Muse. Darüberhinaus glückliche Ehefrau Hundefrauchen. und Tante zweier toller Mädchen und eines tollen Jungen.

 

Könnt also wirklich schlimmer sein. Das heisst: Insgesamt bin ich sehr dankbar. Und vielleicht ein klitzekleines bisschen sogar für die Lehren meiner Krankheit. Für ihre positiven Auswirkungen. Gibt es auch solche? Hm. Na, jedenfalls bekomme ich jetzt erst einmal Rente. Besser wie nix. Einen differenzierteren Beitrag dazu habe ich in meinem personal diary-Blog DIE VOLL BEWEGLICHE TANTE geschrieben –

 

LIES HIER WEITER!


my 2 faces

LINKS: Selfie, Ende Mai 2016                                                     RECHTS: Selfie, Ende September 2016

Thema Suizidalität. Bipolare Störung bedingt 20-fach höheres Suizidrisiko - 15% der Erkrankten scheiden durch Suizid aus dem Leben.

 

SUIZIDPRÄVENTION* kann sein: Kunst. Festhalten, was gerade ist. Schriftlich. Fotografisch. Beispielsweise.

Dazu rieten mir bereits meine Design-Dozenten 1993 in meiner ersten Depression. Also fotografierte ich damals meine Füße an Abgründen. Und Kackwürste in der Kloschüssel. Alles besser als völliger Stillstand oder gar den suizidalen Krankheitsimpulsen nachzugeben.

 

Jetzt, im Selfie-Zeitalter beobachte ich mich durch mein Smartphone. Auch eine Art von Stimmungstagebuch. Und während ich das linke Photo machte, ahnte der zu dem Zeitpunkt sehr platt an die Wand gedrückte gesunde Teil in mir, dass ich demnächst das Gegensatz-Foto machen würde und die Gegenüberstellung von beiden sowohl einen informatorischen als auch einen ästhetischen Wert haben würde.

 

Die links fotografierte Depression währte ca. über ein Vierteljahr: Mai, Juni, Juli. Ab August ging es mir eindeutig besser, beim rechten Selfie, das letzte Woche entstand, war ich sehr glücklich. Vielleicht "leicht drüber". Jedenfalls auf dem Weg zum Gospelsingen. Mit der Erinnerung an einen schönen Vorabend. Mich geliebt fühlend. Von der Existenz, dem Leben, mir selbst und anderen Menschen.

 

 

*Weitere Suidipräventionsmaßnahmen:

 

- Etwas Neues und/oder Ungewöhnliches tun: z.B. Kochen oder Backen. In meinem Fall.

 

- sich ein Semikolon tättowieren. An einer Stelle, die ich selbst immer sehe. Und mich daran erinnern, was es bedeutet!

 

- Ausruhen und Rückzug. Dennoch auch Kontakt zu Menschen.

 

- Netflix, Amazon, AppleTV, Maxdome etc... egal – eine Serie nach der anderen sehen.

  Nicht sooo gut, aber Hauptsache ich bleibe auf der Couch kleben und halte mich fern von Abgründen.

 

- Wenn es geht: Lesen, lesen. Romane. Krimi, Thriller, Fantasy.

 

- Trotzdem mit dem Hund rausgehen. Am besten in den Wald. Ohne Strick.

 

- Einfach weiteratmen. Und vertrauen. Es zumindest versuchen.

 

- Notfalls in die Klapse zur "Krisenintervention". VOR ALLEM: Frühzeitig zur Tagesklinik anmelden. Für alle Fälle!

  Wenn die Anmeldung daann nicht mehr nötig ist, auch gut.

 

- Lesen, was ich (mir) selbst geschrieben habe: beispielsweise:


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HELDENREISETAGEBUCH


(K)eine Heldenreise – Teil 1
Auf und nieder, immer wieder…
 
Soñe que Sevilla es de chocolate… “Ich träumte, Sevilla sei aus Schokolade”, so beginnt ein traditioneller Flamenco Gesang. Sevilla, Schokolade und Flamenco lassen mein Herz höher schlagen. Normalerweise.
 
2013. Sevilla-Reise. Andalusischer Frühling, Flamenco und zu allen Mahlzeiten meine Leibspeise: Gazpacho. Definitiv das Paradies. Mich volltanken und satt trinken – das würde ich normalerweise. Natürlich. Was sonst?
 
Normalerweise heißt: um Normal-Null herum. In Balance. Gesund. In Fachsprache: Euthym (medizinische Bezeichnung für inneres Gleichgewicht). Diesen Zustand geniessen die meisten Menschen trotz aller Alltagsneurosen die meiste Zeit über. Die Glücklichen.
 
Ich oft nicht. Wohl kenne ich den Zustand innerer Ausgeglichenheit und schätze ihn sehr. Durch einen angeborenen Defekt in meiner Hirnchemie erlebe ich jedoch immer wieder, dass meine Waage kippt und ich falle. Nicht immer aus heiterem Himmel, oft gibt es einen äußeren Auslöser. So war ich kurz vor der Traumreise nach 15 Jahren Festanstellung als Grafikerin quasi vom Junior-Chef aus der Agentur gemobbt worden.
 
In Sevilla steige ich jeden Morgen hinauf die Dachterrasse der Unterkunft. Starre gefühlte Ewigkeiten in die Tiefe, sehne mich danach, hinunter springen zu können. Wünsche mir mitten im Paradies mein Leben möge enden.
 
Ich springe nicht, sondern breche die Reise ab und begebe mich stattdessen an einen ziemlich hässlichen Ort mit schlechtem Essen und anderen kranken Menschen: die Psychiatrie. Mal wieder. Mit Hilfe von Medikamenten und Zeit sortieren sich Hirnchemie und Psyche wieder.
 
Warum verdränge ich immer wieder, dass der chronische Charakter meiner Krankheit keinerlei Hoffnung lässt, die wiedergewonnene Stabilität wäre sicher und von Dauer? Ich sollte es besser wissen, schließlich bestimmen, trotz täglicher Lithium-Prophylaxe-Pillen, manische wie depressive Phasen schon Jahrzehnte lang mein Leben.
 
Zwei schwierige Jahre später, nach unzähligen vergeblichen Bewerbungen um eine neue Anstellung, einer unerquicklichen Weiterbildung für Arbeitslose und weiteren Aufs und Abs setze ich für meine berufliche Zukunft alles auf eine – gefühlt – letzte Karte: Selbstständigkeit. Und eine Coaching-Ausbildung. „Menschenlehrer“ wähle ich sowohl um mir selbst helfen zu können als auch zukünftig anderen Menschen.

Die nächsten eineinhalb Jahre produziere ich reichlich Kosten. Unterricht, Reisen, Hotel, Bücher… Die Stimmung unter uns 150 „Azubis“ ist berauschend herzlich und Lehrer Veit versteht es gekonnt, zu motivieren und Hoffnungen zu säen. “Gehobene Freizeitbeschäftigung”, frotzelt mein Mann. Doch auch dieses Vergnügen bewahrt mich nicht vor meinen Phasen. Von hypomanischem Größenwahn beflügelt, sehe ich mich als Muse, gefragte Grafikerin, Autorin, und Bühnenkünstlerin, die alles vereint: Tanz, Gesang, Rede und Coaching. Natürlich zum Wohle aller und wirtschaftlich höchst erfolgreich. Wie das konkret funktionieren soll? Weiß ich nicht. Scheitere am Schreiben des Business Plans, der erforderlichen Buchhaltung und anderen Formalismen. Leider auch an der erfolgreichen Gewinnung von zahlenden Kunden. 

Stattdessen mache ich un- und unterbezahlte aber aufreibende Jobs, meist als Grafikerin. Mache so viel. Nur nicht Geld verdienen. Meine Idee, auf eine mehr als nur ehrenamtliche Weise im Imperium meines Lehrers mitarbeiten zu können – ebenfalls Fehlanzeige.
 
Ein Jahr später: Außer Spesen nichts gewesen? Ich bemerke, dass meine Vision völlig abstrakt geblieben ist. Wie, wann, womit und wie viel Geld verdient werden kann – nicht zu erkennen. Auch die Verantwortung gegenüber meinen zukünftigen Coaching-Klienten wird mir langsam bewusst. Erschrocken verliere ich den Mut.
 
Platzende Seifenblasen sind ein 1A-Auslöser für eine weitere Krankheitsphase. Die „Major Depression“ schlägt in voller Härte zu. Knockout. Wieder mit suizidalen Zwangsgedanken. 98% von mir sind lebensmüde. Mit Hilfe der übrigen 2% rette ich mir selbst das Leben, indem ich in einem Kraftakt eine Krisenintervention in der ungeliebten Klinik verfüge.

Trotz meiner jahrelangen Erfahrung und leider auch trotz aller jüngst gelernten und geübten Werkzeuge zur Vorbeugung wie auch für den Ernstfall konnte ich den Punkt, um mein Abrutschen aufzuhalten oder gar zu vermeiden, nicht finden.

Peng, eine weitere Blase platzt. Ich hätte nun ausreichend an der Hand, um mir selbst helfen zu können, den Stein der Weisen gefunden, Selbstwirksamkeit und Macht statt Ohnmacht, das Geschenk in meiner Krise und könne als Alchimistin gar Scheiße in Gold verwandeln?! Denkste!

Wenn ich mir also doch nicht selbst helfen kann, wie soll mir das dann bei anderen gelingen? Bye bye, berufliche Perspektive! Obendrein befürchte ich, dass mich Inspiration und Mut nahezu ausschließlich in Gesellschaft von manischen oder hypomanischen Stimmungskurven besuchen kommen. Falls das stimmt, ist mir der Preis zu hoch und so wird es insgesamt schwierig mit der Kunst.
 
Und jetzt? Soll ich mich damit abfinden, ein unberechenbarer, ohnmächtiger Psycho zu sein? Vielleicht liegt im ständigen Fragen schon der Fehler. Wer bin ich? Was will ich? Stopp! Dieses Visionen und Ziele aufstellen um ihnen dann hinterher zu jagen, dieses Optimieren- und irgendwohin wollen impliziert doch erst, mir würde etwas fehlen. Mein Bedarf an Bewusstseinsschulung, Persönlichkeitsentwicklung, Selbstoptimierung, Transformierung und "Good Life Coaching" ist jedenfalls erst einmal erschöpft.
 
Egal, wie ich damit umgehe, wie ich versuche, es für mich zu interpretieren, egal, was ich lerne und auch egal, wie sehr ich die Schnauze voll habe – es bleibt mir nichts übrig als einzusehen: Meine Kacke habe ich an der Backe, da hilft nichts. Auch kein Lebensratgeber aus dem florierenden Psycho- und Spiri-Business. Drauf geschissen!


Uff, das war knapp – fast wäre ich auch einer von ihnen geworden, den Helfern, Heilern und Seelengurus. Vielleicht sollte ich meiner jüngsten Krise dankbar sein?

Gerne halte ich es mit Karl Valentin: „Ich freue mich wenn es regnet. Weil, wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.“

Wenn ich dir nur einen Rat mit auf deinen Weg geben dürfte: Nimm an, was ist. Wenn möglich, mit Humor.

 

Nathalie Karg im Juni 2016

 


Reisetagebuch, Teil 2: Doch eine Heldin?
Die Reise ist noch nicht zu Ende…

„Wenn Du die Sonne wieder sehen kannst, dann schreibe ein zweites Kapitel“ – so bat mich Veit. Hier ist es:

Nackt stehe ich auf der Dachterrasse und male. Nein, manisch bin ich nicht, mich kann hier oben niemand sehen. Die Sonne scheint, es ist warm, Ende August. Mit der Vorzeichnung zu meinem Gemälde hatte ich Mitte Mai begonnen, kurz vor meinem Geburtstag. Weiter kam ich damals nicht, meine Krankheit funkte dazwischen. Wieder einmal. Wie auch bei Lebensthemen wie berufliche Karriere und Mutterschaft…

Um nicht, getrieben von suizidalen Zwangsgedanken, von eben dieser Dachterrasse zu springen, begab ich mich zwei Tage nach meinem Geburtstag in stationäre Behandlung.


Jetzt, ein Vierteljahr später, kann ich das Gemälde endlich fertig stellen. Oder zumindest daran weiter arbeiten, denn ich werde von einem Anruf meines Göttergatten unterbrochen. Er lädt mich ein in unser Lieblingslokal, das mit dem vielleicht schönsten Sonnenuntergangs-Panorama im Rhein-Main-Gebiet. Ich ziehe mich also an. Mein rotes Kleid musste lange warten, um erstmals getragen zu werden. Ich hatte es im Frühjahr gekauft, unsere legendären Menschenlehrer-Partys im Sinn, und direkt in die Änderungsschneiderei gebracht. Von dort jedoch Monate lang nicht abgeholt – nicht etwa aus Vergesslichkeit (eine der typischen Nebenwirkungen von Langzeit-Lithium-Einnahme), sondern weil ich in depressivem Zustand nichts mehr anzufangen wusste mit einem Lady-in-Red-Auftritt…

Welche äußeren Auslöser neben meiner endogenen, d.h. inneren, genetisch bedingten Disposition mich jüngst wieder ins Loch stürzten, habe ich bereits analysiert. Doch wie fand ich hinaus, wie geht es mir heute? Warum kann ich wieder Rot tragen?

Zwei Wochen in der stationären plus sechs Wochen in der ambulanten Klinik und ein alpiner Kurzurlaub mit Mann und Hund liegen inzwischen hinter mir. Für meinen Lebensunterhalt habe ich zuletzt zweierlei unternommen: mit Unterstützung meiner Ärzte prophylaktisch Frührente beantragt, die Sache läuft, Ausgang offen. Und einen Minijob in einem kleinen Hotel um die Ecke begonnen. Unter anderem springe ich dort zwischen Frühstücks-, Rezeptions und Hausdamen-Dienst – das macht den Job recht kurzweilig und gibt mir das gute Gefühl eine Art „Geheimwaffe“ zu sein. Durch den Dienst an Menschen findet zuweilen sogar in der Menschenlehrer-Ausbildung Gelerntes seinen Einsatz.

Endlich wieder in Lohn und Brot stehen – mit einfacher, ehrlicher Arbeit – auch das hat mich zurück ins Leben geholt. Gesehen, gebraucht und anerkannt werden – eine unschlagbare Kombination!

Dennoch bleiben meine idealistisch-naive Hoffnung auf dauerhaften Frieden einer Normal-Null-Psyche sowie mein (Selbst-)Vertrauen in meine (All-)Macht über die Krankheit nachhaltig zerschmettert. Aber ich ahne: genau diese Ernüchterung und meine neue realistische Einstellung könnten „das Geschenk“ der jüngsten grausigen Episode sein. Erdung statt Flausen. Endlich wird mir bewusst, dass das Andauern der ersehnten euthymen Ausgeglichenheit weder jemals sicher ist, noch in meiner Macht liegt. Nur mein Umgang damit.

Wenn ich heute in meinem ersten Ausbildungsordner nachlese, was ich mir vor zwei Jahren für Ende 2016 gewünscht habe, runzelt sich meine Stirn. Ja hallo, ihr süßen kleinen Flausen... Das meiste habe ich jedenfalls nicht erreicht. Aber will ich es überhaupt noch? Oder ist diese nüchterne Klarheit, wie sie mir neuerdings auch von vielen Mitmenschen bestätigt wird, nicht viel gesünder?

So weiß ich beispielsweise heute: Selbstoptimierungs-Sucht kann anstatt mehr Lebensglück auch leicht eine erhöhte Unzufriedenheit zur Folge haben. Also locker machen…

Gerade hat mir eine junge Studentin gemailt und angefragt, ob sie mich für ihre Bachelor-Arbeit interviewen kann. Mein Stirnrunzeln glättet sich – genau das wollte ich doch: Gefragt und gehört werden. Schreiben, gestalten. Menschen erreichen, ermutigen, inspirieren, erheitern. Was kann ich ihr – und dir – sagen?

Es ist etwas, dass ich das felsenfest glaube, auch im Bezug auf das Leben und meinen manchmal krankhaft herbeigesehnten Tod. Neben der Liebe zu meinen Nächsten, ist es für mich stets das stärkste Argument gegen den Suizid, denn demnach kann er gar nichts beenden, also keine Lösung sein. Ha!

Was ist es? Ganz einfach…
Wenn ich dir nur einen Rat mit auf deinen Weg geben dürfte, wisse: So oder so – ES. GEHT. IMMER. IMMER. WEITER.

Nathalie Karg im August 2016


3 Kommentare

Sein oder Haben?


Vorsicht mit "ich bin“ – Sprache ist ein Schöpfer-Werkzeug.

ICH BIN
ein Mensch, weiblich, warmherzig, kreativ, schöngeistig, musisch talentiert, vielseitig interessiert, sprachbegabt, individualistisch, manchmal gesellig, immer öfter integral denkend und wahrscheinlich (hoffentlich!) auf einem guten Weg.
Beispielsweise.

ICH HABE
viele Sachen. Auch Auszeichnungen, Papiere, Diagnosen. Unter anderem ein Diplom in Kommunikationsdesign, einen Führerschein Klasse 3, einen Behindertenausweis, laut Enneagramm-Lehre möglicherweise eine Vierer-Fixierung und laut Schulmedizin eine Diagnose über meine Disposition. Sie trägt den Namen "Bipolar I“. Außerdem „habe ich“ einen Hund, einen tollen Mann und oft Glück.

SEIN ≠ HABEN. Ich bin nicht, was ich habe.


Vor fast 22 Jahren...


... nahm ich erstmal Lithium. Wie es dazu kam und was dem voraus gegangen ist, habe ich in meinem Buch "TOLL-Bipolar überleben von A bis Z" (noch erhältlich!) aufgeschrieben. Fotos beweisen, das die absonderlichen Geschichten meiner ersten Manie alle wahr sind... Hier die beiden Textauszüge zu den folgenden Bildern meiner Autobahnpanne und meiner Kunstaktion mit der Lufthansa-Handtasche:

 

[…] Benzinpanne kurz vor dem Rasthof Weisskirchen auf der A3. Ron ist wieder dabei. Während er mit meinem leeren Ersatzkanister zur Tankstelle und wieder zurück läuft, gieße ich mich malerisch roten Hot-Pants und silbernen, schenkelhohen Barbarella­-Stiefeln wie eine Diva auf meinen frisch erstandenen Bauernstuhl, den ich aus dem prall gefüllten Kofferraum hole und auf den Standstreifen stelle. Von den LKW-Fahrern mit lautem Hupen beachtet zu werden, ist für mich ein großes Vergnügen. Nicht für Ron. […]


Es folgt ein weiteres sehr umtriebiges Wochenende […], an dem ich ohne Unterhose auftrete und dämonischer Flamenco tanze, denn je […] und mich in nächtlichen Kunstaktionen austobe, bei denen ich versuche, meine jüngste Schmach mit dem versauten Lufthansa-Job zu verarbeiten. […]


alle von Natur aus Bipolar


... so heisst das Stück, welches am 05.12.2015 beim HUMAN RISING im Kosmos, Berlin, Premiere feierte.

 

Es war eine doppelte Premiere. Flamenco – sowohl Gesang, als auch Tanz – wie auch Comedy habe ich schon auf der Bühne gezeigt. Doch nun ist der Startschuss für die SPEAKERIN gefallen. Es war ein wunderbarer Jungfernflug als frisch geschlüpfter Schmetterling. Jetzt dürfen sich die Farben meiner Flügel noch internsivieren.

 

Hier die Vorgeschichte.

 

Und links der Film dazu.


Lachen ist gesund

Je doller das Doppelkinn, desto gesünder das Lachen ;)

LACHYOGA NACH Dr. Madan Kataria bewirkt nur Gutes:

    Lachen stärkt das Selbstbewusstsein
    Lachen lässt uns entspannen
    Lachen beugt Burn Out vor
    Lachen stärkt das Immunsystem
    Lachen verringert das Schmerzempfinden
    Lachen schützt vor Diabetes
    Lachen reinigt die Bronchen
    Lachen regt die Verdauung an
    Lachen entschärft Konflikt
    Lachen verbindet die Menschen
    Lachen steigert die Konzentration
    Lachen mildert oder vertreibt Depressionen



2 ErkenntnisSE + 1 Wunderwaffe

ERKENNTNIS #1

Abwehr und Hingabe

Lange wehrte ich mich gegen die Depression

und gab mich der Manie hin.

Die Umkehrung war ein erster Schritt zur Besserung:
der Depression mit Hingabe begegnen

und die Manie von vorne herein abwehren.

Letztlich ist für beide Phasen eine ausgewogene Mischung aus Abwehr und Hingabe der Schlüssel.
Und als Königsweg ersetze ich Hingabe und Abwehr durch Integration.


Dabei hilft es sehr, den inneren Beobachter zu aktivieren

und die Metaebene möglichst nie ganz zu verlassen.



ERKENNTNIS #2:

... über Polarität...

 

 

DIE WUNDERWAFFE:


BIPOLAR BALANCE ABC: NON-Medikative Prophylaxe von a bis Z

Bipolar und Balance – was zunächst wie ein Widerspruch erscheint, lässt sich mit Hilfe dieser Liste aufheben. Es gibt zahlreiche Werkzeuge, um in gesunden Zeiten vorzubeugen und den extremen Amplituden Deiner Stimmungsschwankungen zu begegnen – ergänze die Liste mit allem, was Dir hilft.


A… wie „Aha“-sagen-und-offen-bleiben, Angst, Allmacht, Affirmationen, atmen …oder…ACHTSAMKEIT ist eine der besten Verbündeten für Bipolar-Balance. Sei achtsam, beobachte, was ist, gestehe es Dir ein und lass es da sein. /// B… wie Balance, begrenzen, blau, beten, Bücher …oder … BEWEGUNG. Ob Energie überfliesst oder fehlt – Bewegung gleicht aus und bringt uns zurück in den Körper. /// C… wie Carpe Diem, Coolness, Chakrenlehre ...oder …CHANTEN von Mantras etc. Finde heraus, welche der unzähligen alternativen Heilmethoden aus aller Welt für Dich als Therapie-Ergänzung passt. /// D… wie Distanz, Duft ... oder … DANKBARKEIT ist eine effektive Praxis für ein tägliches Ritual. Die Eingrenzung auf 5 Dinge hilft mir, das Ausufernde der Manie zu beschwichtigen, bzw. ringt mir trotz depressiver Graufärberei noch ein paar kleine Farbkleckse ab. Am besten vor dem Einschlafen laut aufzählen oder notieren. /// E… wie Erfahrung, Engel ... oder… ERNÄHRUNG. Was Hippokrates wusste: „Deine Nahrung solldeine Medizin sein“. Verzichte weitmöglichst auf Zucker, Fastfood, Fertignahrung, Zusatzstoffe, Limo, Alkohol. Achte auf reichlich Omega-3-Fettsäuren, Vitamine, Mineralien, vollwertige und frische Kost. /// F… wie Freunde, Familie, Friede, Filme ... oder…FREIHEIT. Das Gegenteil von Opfer sein. Toll, wenn wirdennoch das Gefühl haben, die Zügel prinzipiell selbst in der Hand zu halten. In jedem Fall haben wir die Freiheit, wie wir auf Angriffe von aussen und innen reagieren. /// G… wie Gleichmut, grün, Gurus, Gelassenheit, Garten, gestalten… oder… GEFÜHLSMANAGEMENT lässt sich lernen. Anleitung – übe folgendes: Erkennen. Weder hingeben noch bekämpfen. Atmen. Beobachten. Distanz. Hinterfragen. Entspannen. Schreiben. Integrieren. /// H… wie Humor, H2O… oder… HUNDE. Haustiere. Die besten Ärzte. Sie „lieben“ bedingungslos. Brauchen uns, holen uns raus (an die frische Luft). Wirken rundum ausgleichend. /// J… wie Ja… oder… JETZT! So heisst ein Buch von Eckart Tolle. Lies überhaupt soviel du kannst und: sei jetzt hier. /// K wie Kommunikation, Karma, Kino… oder… KLARHEIT und Fokus im Denken, Reden, Handeln lohnt sich. Je klarer wir selbst sind, desto klarer werden die Antworten, die wir erhalten. /// L… wie Liebe, Lust, Lithium, loslassen ... oder… LACHEN ist oft die beste Medizin. Und Humor ist, wenn man trotzdem lacht. /// M… wie Mantra, Mandala, Mudra, Medikamente, Miteinander, malen… oder… MEDITATION hinterlässt bleibende Spuren in unserem Gehirn – sie hemmt dauerhaft die Aktivität in den Hirnzentren, die Angst, psychische Krankheiten und Aufmerksamkeitsstörungen hervorrufen. /// N… wie Nachsicht, neutral, Natur… oder… NEUSTART. Hinfallen, aufstehen, Krönchen richten, weiter gehen. „Fall 7 times, stand up 8.“ Nur niemals aufgeben. /// O… wie „Oha“, Osho, Oberhand ... oder… OM. Das Singen, bzw. die Rezitation von Om bringt den Körper in harmonische Schwingungen. 5-10 Minuten Singen von Om kann aus depressiven Stimmungen heraus holen. Mehr dazu in meinen Musenfunken. /// P… Präsenz, Plüschtiere, „Pah“ ... oder… PLAN. Willst du gelebt werden oder willst du eigene Visionen empfangen und deinen Zielen folgen? /// Q… wie QUATSCH machen! Das innere Kind spielen lassen. Nur nicht alles so ernst nehmen! /// R… wie Ruhe, Regeln, reden ... oder… RITUALE geben Sicherheit und helfen in Stress-Situationen. Und sie bedeuten Heimat. Siehe auch unter D. /// S… wie Schamanismus, singen, stricken… oder… SELBSTLIEBE schenkt uns innere Stärke und emotionale Stabilität, macht uns großzügig, tolerant, erfolgreich und attraktiv für andere. Wir sind gnädiger und freundlicher mit uns selbst und tun alles, damit es uns gut geht. /// T… wie tanzen, töpfern ... oder… TEE oder Wasser statt zuckerhaltige Limonade und Alkohol. So einfach. /// U… wie UNTERBEWUSSTSEIN. Es ist nicht zu unterschätzen. Lerne es kennen und für dich einzusetzen; z.B. mit NLP. Oder frag die Muse. /// V… wie Visualisieren, Verständnis …oder… VERTRAUE ins Leben. Jede Phase endet. Und die Zustände sind reversibel. /// W… wie Wertfreiheit, Würde …oder… WÜNSCHE. Wünsche Dir etwas und glaube daran. Dann lass los. /// X… wie: Lasse Dir KEIN X FÜR EIN U vormachen! Entlarve deine inneren Dämonen und bleibe bei dir. /// Y… wie YOGA. Stärkt Körper und Seele. Übe regelmässig. /// Z… Zen, Zuflucht, zeichnen ... oder… ZUVERSICHT. Verliere sie nicht. Du bist nicht allein („You are not alone“). Wir sind viele. Und wir schaffen es!

 

Ein Alphabet von Nathalie Karg/DIEBIPOLAREMUSE.jimdo.com

Auch als ansprechend illustriertes und gestaltetes Büchlein oder Plakat erhältlich!

Oder als Download...


Was ist EUTHYM?

EUTHYMIE
Eu|thy|mie 〈f. 19; unz.; veraltet〉 Frohsinn, innere Heiterkeit [<grch. eu „gut“ + thymos „Seele, Gemüt“]
[griech. euthymi̓a, zu: eúthymos = fröhlich, zu: eũ = gut, wohl u. thymós = Gemüt  [»Frohsinn«, »Heiterkeit«\] die, -, Gemüts- oder Seelenruhe. Zustand der Ausgeglichenheit u. Harmonie des Seelenlebens, innere Heiterkeit, Seelenfrieden.

Euthymie (als Adjektiv euthym) ist die Bezeichnung für eine ausgeglichene Stimmung. Demokrit (460−371 v. Chr.) prägte den Begriff der Euthymie für einen Zustand vollkommenen inneren Gleichgewichts im Sinne eines sittlichen Ideals oder obersten moralischen Ziels (Telos). Der Begriff wird vor allem in der Psychiatrie verwendet: Bei Depression oder Manien ist die Euthymie ein wichtiges Behandlungsziel, das heißt die Stimmung soll nicht mehr (krankheitsbedingt) gedrückt oder niedergeschlagen bzw. überschwänglich oder übertrieben positiv sein, sondern sich in dem Bereich der normalen Stimmungsschwankungen der (psychisch gesunden) Normalbevölkerung bewegen.


STIMMUNG
Eine tiefgehende und anhaltende Emotion, die die Wahrnehmung der Umwelt färbt. Typische Beispiele für Stimmungen sind Traurigkeit, Gehobenheit, Ärger und Angst. Im Gegensatz zu Affekt als eher fluktuierende Änderungen im emotionalen ,,Wetter" bezieht sich Stimmung auf ein ausgedehnteres und überdauernderes ,,Klima". Arten von Stimmungen sind:- dysphorisch: Eine unangenehme Stimmung wie Traurigkeit, Angst oder Reizbarkeit. - euthym: Stimmung im ,,normalen" Bereich, was das Fehlen von gedrückter oder geho-ener Stimmung voraussetzt. - expansiv: Mangel an Zurückhaltung beim Ausdruck von Gefühlen, teilweise mit einer Überbewertung eigener Bedeutung und Wichtigkeit. - gehoben: Ein übertriebenes Gefühl von Wohlbefinden oder Euphorie oder freudiger Erregung. Eine Person mit gehobener Stimmung beschreibt ein Hochgefühl oder fühlt sich als ,,ekstatisch", ,,himmelhochjauchzend", ,,über den Wolken schwebend". - reizbar: Leicht zu verärgern und zur Wut zu reizen.

2 SPIELFILME ZUM THEMA BIPOLAR

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MR. JONES
USA, 1994 
Mit Richard Gere, Lena Olin
Regie: Mike Figgis
DVD, Laufzeit: 118 Minuten


Unberechenbar und unwiderstehlich - Hoch und Tief wechseln bei Mr. Jones (Richard Gere) sehr schnell - zu schnell. Gerade hat er nach längerer Arbeitslosigkeit wieder einen Job auf einer Baustelle bekommen, da übermannt ihn das Hochgefühl: Er klettert auf das höchste Stockwerk des Rohbaues, balanciert und versucht abzuheben, als könne er fliegen. Das kostet ihn nicht nur seinen Job, sondern auch die Freiheit: Wegen "akuter Selbstmordgefahr" wird er in eine psychiatrische Klinik eingeliefert. Dort behandelt ihn die Psychiaterin Dr. Elizabeth Bowen (Lena Olin). Die ist aber nicht nur daran interessiert herauszufinden, was bei dem musikalisch und mathematisch hochbegabten Mann diese Gefühlsschwankungen auslöst - sie entdeckt auch, dass er ein hochsensibler Mensch ist und verliebt sich in ihn. Das wird spätestens in dem Moment zum Problem, als er von Chefärztin Dr. Holland (Anne Bancroft) als nicht mehr akut gefährdet entlassen wird und Dr. Bowen die "private" Betreuung übernimmt. Zum Eklat kommt es während eines klassischen Konzertes, als Jones auf die Bühne stürmt...
**** Vier von fünf Sternen bekommt dieser Klassiker von mir – er liefert einen guten Einblick.


BIPOLAR – MEINE MAMA IST ANDERS
Niederlande, 2009
Mit Jesse Rinsma, Tom Kessel, Carice van Houten, Frieda Pittoors, Daan Schuurmans
Regie: Martin Koolhoven
DVD, Laufzeit: 81 Minuten



Bonnie (Jesse Rinsma) wächst nicht gerade auf wie ein normales zehnjähriges Mädchen: Aufgezogen wird sie in erster Linie von ihrer Oma (Leny Breederveld), denn ihr Vater ist abgehauen und Mutter Lisa (Carice van Houten) manisch depressiv. Doch Bonnie findet sich prima damit zurecht, dass ihre Mama in einem Moment traurig im Bett liegt und schon im nächsten zu lustigen Unternehmungen aufbricht. Sich den Bauch mit Erdbeereis voll schlagen, im Garten zelten oder sogar einen Elefanten entführen – solche verrückten Dinge erlebt nicht jedes Kind! Als jedoch die Großmutter stirbt, ändert sich Bonnies Leben schlagartig. Lisa ist komplett überfordert mit der Situation, so dass die Dame vom Jugendamt die kleine Bonnie ins Heim stecken will. Doch hat das Jugendamt die Rechnung ohne Bonnie gemacht - denn die setzt mit viel Erfindungsreichtum alles daran, ihre kleine verrückte Welt zu retten...
*** Drei von fünf Sternen bekommt dieser Film von mir – zuviel "Nimm die Medis"-Zeigefinger!


DBM präsentiert: DGBS

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ALLGEMEIN

 

Die Deutsche Gesellschaft für Bipolare Störungen e.V. (DGBS) wurde 1999 als gemeinnütziger Verein ins Leben gerufen. Sie ist ein unabhängiger, trialogisch aufgestellter Verein, der den Erfahrungsaustausch zwischen Angehörigen, Betroffenen, Professionellen sowie allen am Gesundheitswesen Beteiligten fördert.
 
Hauptanliegen ist es, die Bedürfnisse von Menschen mit einer Bipolaren Störung in Öffentlichkeit und Gesundheitspolitik zur Geltung zu bringen, sowie die Forschung, Fortbildung und Selbsthilfe zu fördern. Die Arbeit der DGBS wird durch die finanzielle Unterstützung von Mitgliedern und Spendern ermöglicht. Nur dadurch kann sie ihre Ziele realisieren und die Situation der Betroffenen verbessern. Als Bundesverband der Betroffenen, deren Angehörigen und Professionellen fördert die DGBS den Trialog/Austausch auf Augenhöhe zwischen diesen Beteiligten.

 

ZIELE

  • Die Beratung und Unterstützung von an Bipolaren Störungen erkrankten Menschen und ihren Angehörigen unter Zugrundelegung des Gedankens der Hilfe zur Selbsthilfe
  • Mehr Aufmerksamkeit für das Krankheitsbild der Bipolaren Störungen in Fachkreisen und der Öffentlichkeit
  • Förderung der Forschung und Lehre über die Ursachen und Therapie Bipolarer Störungen
  • Enge Zusammenarbeit mit allen psychiatrischen Fachgesellschaften, z.B. DGPPN, AGNP
  • Unterstützung der Selbsthilfeinitiativen von Patienten und ihren Angehörigen
  • Aufzeigen der medizinischen und gesundheitspolitischen Perspektiven

 

MOTIVATION

  • Patienten mit Bipolaren Störungen werden durch Missverständnisse und Ausgrenzungen im sozialen und beruflichen Leben oft benachteiligt. Die Erkrankung wird häufig erst spät erkannt und vielfach immer noch falsch behandelt.
  • Bipolare Störungen werden fälschlicherweise häufig nur als Subgruppe der Depressionen angesehen.
  • Die Forschungsschwerpunkte der Psychiatrie betreffen hauptsächlich die Krankheitsbilder der Depressionen und schizophrenen Psychosen.
  • Die gesundheitspolitische Steuerung, das medizinische Leistungsgeschehen und die Forschungsvorhaben sind immer stärker gekennzeichnet von Budgeteinschränkungen und Reglementierungen.

Insgesamt ist in Deutschland die Förderung der Forschung und Lehre, das Selbsthilfe-Netz sowie die Information der Öffentlichkeit über Bipolare Störungen nicht so weit fortgeschritten wie z.B. in den USA.


HIER GEHTS ZUM DGBS-TEST-FORMULAR!

 

 


MY BIPO FASHION

HURRA,

 meine ersten Shirts sind da...

 

Shirts zum Outen.

Shirts zum Warnen.

Shirts zum Schweigen (für die nonverbale Kommunikation).

Shirts zum Aufklären.

Shirts zum gut Aussehen.

Shirts zum Schlafen.

Shirts zum Turnen.

Shirts zum Tanzen.

Shirts zum Liebhaben...

uvm...


HIER KANNST DU SIE DIR "LIVE" (IM VIDEO) ANSEHEN...mit Striptease...

 

DU FINDEST SIE HIER (ÜBRIGENS MIT WEITEREN TOLLEN ANWENDUNGSBEISPIELEN!)

 

ODER DIREKT IM SHOP.


Komorbidität: Flöhe und Läuse

Als Komorbidität oder Begleiterkrankung werden in der Medizin ein oder mehrere zusätzlich zu einer Grunderkrankung vorliegende, diagnostisch abgrenzbare Krankheits- oder Störungsbilder bezeichnet (Doppel- oder Mehrfachdiagnose). Komorbiditäten können, müssen aber nicht – im Sinne einer Folge-Erkrankung – ursächlich mit der Grunderkrankung zusammenhängen. (aus Wikipedia)


HIERZU 4 LINKS:
1. Ein früher Post aus meinem ersten Blog: http://dievollbeweglichetante.blogspot.de/2009/01/man-kann-auch-flhe-und-luse-haben.html


2. Die BIFAT-Studie
http://neurologie-psychiatrie.universimed.com/artikel/bipfat-studie-bipolare-st%C3%B6rung-und-adipositas


3. Zusammenhang von Bipolar + Adipositas: http://www.dr-mueck.de/Wissenschaftsinfos/SAD/Adipositas-Bipolare-Stoerung.htm


4. SELBSTHILFE BEI ADIPOSITAS: http://dieleichtemuse.jimdo.com/


Toll im Quadrat – ein multidimensionales Projekt

Rückblick: Im November 2011 feierte mein dreiteiliges Projekt TOLL IM QUADRAT in der Klinik Hohemark Oberursel Premiere. Es gab eine Kunst-Ausstellung mit 26 Exponaten, eine Flamenco-Comedy-Revue mit bipolarem Socken-Handpuppen-Theater und ein Buch.

Im Videokanal DIE BIPOLARE MUSE sind Clips zum Buch und zur REVUE zu sehen. Das Buch ist heute noch erhältlich – zum Sonderpreis von 10 € unter http://toll-buch.jimdo.com/

 

"Nach der Ausstellung wird das Buch noch wichtiger! Dieses kleine Kunstwerk ist ein kostbares und hilfreiches Dokument. Es ist mehr noch als eine 'Bibliotherapie' – es kann zum Trost- und Hoffnungsbuch auch für Freunde und Angehörige werden."

Hier ist auch eine LESEPROBE zu finden!


Die bipolare Muse ist gestartet...

Alle guten Dinge sind drei: Bereits Anfang August startete der Video-Channel der BIPOLAREN MUSE, gefolgt von der Facebook-Seite und nun – endlich – kommt die Website mit dem Blog dazu. Hier wird es Erklärungen zu den einzelnen Themen geben, mit denen sich DIE BIPOLARE MUSE beschäftigt. Oder ganz einfach den schriftlichen Teil zu den bzw. hinter den bewegten Bildern. Entweder hier als Blog-Post oder als Download im eigenen Bereich.

 

So gibt es beispielsweise ein Video, in dem ich die Briefe vorlese, die mir meine Manie und meine Depression geschrieben haben. Eine wirkungsvolle Übung, die ich zum Nachmachen empfehle! Die Briefe aus dem Video gibt es hier nocheinmal zum Nachlesen bzw. als Vorlage für Deine eigene Übung.


Tagebuch der bipolaren Muse, Teil 2: Herausforderungen und Geschenke

„Take you broken heart and make it into art“. Dieser wunderbare Ausspruch stammt von Carrie Fisher. Weltruhm erlangte sie mit ihrer Rolle als Starwars-Prinzessin Leia. Als sie kürzlich verstarb, verhalf sie, ganz „Mental Health Advocate“, ihrer Krankheit, der bipolaren Störung, ein letztes Mal in die Schlagzeilen.

Gut so, denn öffentliche Bekanntheit hilft Ängste vor psychischen Erkrankungen und Stigmatisierung der Betroffenen abzubauen – und genau das will ich auch mit meinem Tagebuch.

 

Für dieses Jahr habe ich mir drei wesentliche Ziele vorgenommen – wie ich SEIN und mich FÜHLEN will: HEITER-GESELLIG-AUSBALANCIERT.

 

 

Heiter: Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Schön, wenn das gelingt. Notfalls retten wir Menschen in Nöten uns auch durch bzw. in Galgenhumor, kennst Du das?

 

Gesellig: Gemeinsam sind wir stark. Noch ein Sprichwort. Mit (Hinter-)Grund. Da ich nicht Einzelkämpferin bleiben möchte, habe ich bereits angefangen, mich mit anderen engagierten Menschen zusammen zu tun. Darüber will ich in künftigen Folgen berichten.

 

Balance: Ein ausbalanciertes Leben oder zumindest so etwas in dieser Richtung ist das Ziel. Für mich auf jeden Fall und immer wieder aufs Neue, auch für Dich?

 

Für die zahlreichen positiven Reaktionen und Anregungen auf meine letzte Tagebuchveröffentlichung möchte ich mich herzlich bedanken und fühle mich animiert, dir gleich zu Beginn zwei Fragen zu stellen:

  • Wusstest du auch schon vor meinem Aufklärungsprojekt, was eine bipolare Störung ist?
  • Hast oder hattest du selbst gar in deinem Umfeld schon unmittelbar damit zu tun?

Übrigens: Wenn du dich fragst, ob du vielleicht selbst betroffen bist, kannst du online einen anonymen Selbsttest machen.

 

Eine Bitte habe ich: teile diese Artikelserie, denn es gibt noch zu viele Menschen, Betroffene und Angehörige, die es mit dieser Krankheit zu tun haben, die zusätzlich unter Nichtwissen, Scham und Isolation leiden. Das möchte ich auflösen. (...)